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Polypterus ornatipinnis (Schönflossen- oder Schmuckflösselhecht)

Dieses Thema im Forum "Afrika (Rest)" wurde erstellt von Zigermandli, 26. September 2016.

  1. Zigermandli

    Zigermandli Moderator

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    Polypterus Ornatipinnis

    Deutsche Bezeichnungen:
    Schönflossen- oder Schmuckflösselhecht

    Diese Flösselhechte sind richtige Urviecher, stammen hauptsächlich aus den langsamer fliessenden Nebenflüssen des Kongo und sind sogenannte Lauer- und Stossräuber. Die Tiere sind meist nur 2-3h täglich richtig aktiv, den Rest des Tages schlummern sie in ihren Standplätzen vor sich hin. Eine Besonderheit der Flössler ist die Fähigkeit Sauerstoff nicht nur über die Kiemen, sondern auch über die zur Lunge umgewandelten Schwimmblase aufzumehmen. Dadurch können sie auch in sehr sauerstoffarmen Gewässern und zB. nach Überschwemmungen in Pfützen überleben. Sie könnten sogar eine Weile ausserhalb des Wassers überleben sofern sie nicht austrocknen. Sie gehen auch regelmässig an die Oberfläche um einen Schnapp Luft zu holen.

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    Herkunft / Vorkommen :
    Afrika. Nebenflüsse des oberen und mittleren Kongo in Zentralafrika.

    Grösse:
    Bis 60cm (Meine Tiere aktuell bei 46cm)

    Aquariengrösse:
    Ab 500 L

    Ernährung:
    Ausschliesslich carnivor. Sie fressen so ziemlich alles was angeboten wird ! Werden sie aber mit Koifutter, Pellets etc. gemästet, verfetten sie sehr schnell und werden sehr träge. Ich habe gute Erfahrungen mit Fischfetzen oder ganzen Fischen, grobes Krill, Meeresfrüchtemix, Würmer, Zophoobas und ab und an ein paar Raubfischpellets gemacht.

    Von einer Fütterung mit Mäusen, Kücken, Fröschen etc. würde ich absehen, denn es ist nicht notwendig und besonders Amphibien sind in der CH oftmals unter Artenschutz.

    Ab einer grösse von 35cm reichen meiner Meinung nach ein bis zwei Fütterungen pro Woche.

    Wasserwerte:
    Ich schätze die Art im wesentlichen eher tolerant den Wasserwerten gegenüber ein. "Hartes" Wasser ab KH8 würde ich aber nicht empfehlen. Ziel sollten natürlich immer die Habitatwerte sein. Ich halte sie bei KH3-4.

    Werte im Habitat:
    Physikalische und chemische Werte nach Compere & Symoens, 1987
    Oberflächentemperatur: 27.3° C
    pH: 6–7
    Leitwert: K: 31.5 ?s/cm
    Ionen-Zusammensetzung:
    mg/l mg/l
    Ca 2.23 HCO3 7.11
    Mg 0.86 SO4 2
    Na 1.99 Cl 2.71
    K 1.33 SiO2 9.7

    Temperatur:
    23-26° da die Temperaturen in etwas tieferem Wasser schnell sinken. Ich selbst halte sie eher kühl im Sommer bei 26° und im Winter bei 23-24°. Selbst wenn die Temperatur einmal unter 23° fällt ist kein Unterschied im Verhalten zu verzeichnen.

    Haltung:
    Gemäss meiner Erfahrung (Gruppe von 3 Tieren in 1000L 200x80x60cm) ist die Haltung in der Gruppe zu empfehlen. Wichtig sind ausreichend viele geräumige Unterschlüpfe mit Holz Laub und Steinen wo sie sich tagsüber zurückziehen und den gelegentlich vorkommenden Rangel- und Beissereien entgehen können. Pflanzen werden ignoriert, ausser es verfängt sich mal etwas Futter darin, dann wars das mit der Pflanze :lol: Das Aquarium sollte unbedingt abgedeckt oder nach aussen ausbruchsicher sein da die Flössler gerne mal versuchen auszubüxen, auch wenn ich das nach der Eingewöhnung nie mehr feststelle konnte. Wichtig sind min 5cm Luft zwischen Abdeckung und Wasserspiegel, damit sie etwas Platz zum Luft holen haben. Mein Becken ist ähnlich einem Palu oben 45cm offen aber rundherum gesichert.

    Als Beifische eignen sich grosse oder hochrückige Arten wie Buschfische, grössere afrikanische Buntbarsche oder Hechtsalmler. Alles was einigermassen erlegbar ist wird aber früher oder später angebissen und dann verspeist. Also vergesst Kongosalmler etc. lieber gleich wieder ;-). Grössere afrikanische Welse wie Auchenoglanis etc. funktionieren bei ausreichend Platz auch. Auf Arten aus anderen Regionen gehe ich nicht ein, da das meinem Haltungskonzept wiederspricht.

    Ich halte sie zusammen mit Hepsetus odoe, Parachanna obscura und ein paar ausgewachsenen Hemichromis Guttatus was bis auf die Guttatus (Teile der Gruppe verspeist) sehr gut funktioniert.


    Strömung:
    Strömung ist immer ein heisses Thema und wird leider oft vernachlässigt, denn selbst leichte Strömung in einem Nebenarm eines Flusses ist wesentlich starker als das was wir meist in unseren Aquarien produzieren. Was Strömung und Flössler angeht: Nein sie brauchen nicht zwingend strömung aber ich halte es für sinnvoll und gesund, wenn die auch mal gegen etwas strömung anschwimmen können. Ausserdem sorgt die Strömung für einen guten abtransport des Mulmes. Ich selbst habe im Afrikabecken zwei ECK-HMF's ? 1000l/h plus eine Strömungspumpe mit 5000l/h im Einsatz.


    Filterung:
    Eine ordentliche Filterung ist bei der Haltung von Flösslern unerlässlich, da bei der Fütterung ordentlich Masse verputzt wird und das Wasser entsprechend belastet wird. Bei mir stehen zwei HMF mit einer Matte 60x45x5cm mit je 1000l/h durchsatz im Einsatz.

    Hier noch ein kleines Vide meiner Gruppe wärend der Aktivphase



    Vermehrung:
    Zur Vermehrung kann ich nicht viel sagen, da ich sie selbst noch nicht erfolgreich nachziehen konnte. Es sind auf jeden Fall Haftlaicher die eine ziemliche Schweinerlei veranstalten wenn sie den Laich an der Wasseroberfläche rumschleudern. Offenbar ist man gut beraten das Paar zu separieren, den Bodengrund mit Schotter oder Flusssteinen in Eiergrösse zu bedecken damit sich die Larven anch dem Schlupf die ersten Wochen dort verstecken und Futter aufnehmen können.


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    Soweit mal zu meinen Erfahrungen: Wird fortgesetzt ................
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2017
  2. Zigermandli

    Zigermandli Moderator

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    Update:

    Kapitel Strömung und Filterung ergänzt
     

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