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Wer hat Interesse an low-tech Naturaquarien?

Dieses Thema im Forum "Technik und Einrichtung" wurde erstellt von Tunc, 28. November 2007.

  1. Tunc

    Tunc

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    Hallo zusammen

    Seit einigen Jahren versuche ich (möglichst) selbstpfegende, techniklose Naturaquarien einzurichten.

    Ich lege ein Foto bei von meinem letzten Naturaquarium (120x40x40) ohne Technik (keine Heizung, keine Beleuchtung, kein Filter...). Darin leben kleine Herbivoren, Garnele, Ancistrus, kleine subtropische Salmler und Apistogramma borellii.

    Für mehr Fotos siehe ("odamdaki biyotop" heisst in TR: Biyotop in meinem Zimmer)
    http://www.bilyap.com.tr/magazin/mag4/akvaryum1S4.php

    Die Herbivoren fressen Algen und Pflanzenreste, die übrigen Fische fressen junge Herbivoren. Ich gebe ganz ganz wenig Futter. Bevor ich meine Dario darios durch A. borelli ersetzt habe, habe ich gar kein Futter gegeben. Nach dem Muster von Naturteichen.

    Das ist ein null-Nitrat Aquarium: Das Nitrat-Niveau ist mit den üblichen Testreagenzen nicht nachweisbar. Die Pflanzen, vor allem Sumpfpflanzen wie Papirus sind tatsächlich die besten Wasserreiniger.

    Hat jemand Interesse an solchen low-tech Naturaquarien? Ich würde gerne Erfahrungen austauschen. Vor allem wüsste ich gerne mehr von kleinen Herbivoren wie Wasserasseln, die in einem solchen Aquarium leben könnten.

    Grüsse
    Tunc (Forch/Zürich)
     
  2. iceripper

    iceripper

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    Hi Tunc


    interessantes Projekt .... leider verstehe ich nix vom geschriebenen :shock: ;-)
    Ist es ein sog. Altwasserbecken oder machst du normale Wasserwechsel ?


    Gruess Chrigel
     
  3. easyfisch

    easyfisch

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    Hi

    So wie ich das verstehe (das auf deutsch:-D ) funktioniert das Becken ohne Wasserwechsel.

    Tolle Idee! Naturbiotop im Zimmer!

    Ohne Borelli brauchst du dann ein gutes Anit-Brummm brumm brumm!:-D :-D

    Gruss Dennis
     
  4. Emael

    Emael

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    Hi

    Die Idee ist sehr interessant, jedoch nicht neu. Eventuell kannst du dich mal nach dem Thema "Filterloses Aquarium" im Internet schlau machen - es gab da mal eine regelrechte Interessensgemeinschaft, die sich aus diversen Foren herauskristallisiert hat.

    Eventuell könntest du mal auf das Forum von Olaf Deters gehen (www.deters-ing.de) und dort nachschauen nach filterlos.

    Diese Becken werden jedoch trotzdem mit Licht und Heizer zT unterstützt.

    Da ich selber Südamerikaner habe, die sehr wärmebedürftig sind und Fische pflege, die gute Fresser sind (Geophagus, Diskus)... bin ich auf gute Filterung der Becken angewiesen, ansonsten müsste ich mir Becken mit mehreren tausend Litern Inhalt anschaffen und darin 2-3 Diskus halten..


    Gruss Rebecca
     
  5. Tunc

    Tunc

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    Naturteiche & Bio-Diversität

    Rebecca sagt:
    Nein, die Idee ist nicht neu. Sie ist die Idee von Naturteichen. Es geht hier aber nicht nur um ein Aquarium ohne Filter, es geht um die ganze Nahrungskette, ein fast komplettes Ökosystem in einem Aquarium zu bilden. Es müssen zwangsläufig nur kleine Tiere eingesetzt werden, weil ein kleines Ökosystem grosse Tiere nicht nachhaltig tragen kann.

    Bei einem Naturteich:

    Nach dem Bau wartet man zuerst ein Paar Jahre, damit sich eine Fauna mit kleinen Tieren (Wasserinsekten, Garnele, Krebse, Schnecken, Frösche etc.) etabliert. Erst dann kann man einige kleine Fische einzetzen (z.B. ein max 8-10 cm Teichfisch pro 4 m3 Wasser), die in diesem Teich nachhaltig ohne externes Futter leben können, vorausgesetzt, dass es Zone gibt, wo Fische nicht eindringen können (refugees).

    Weil man kein Futter gibt, bleibt das Naturteich immer sauber. Pflegebedarf ist minimal. Wegen der hohen Bio-Diversität ist das Recycling auch schnell.

    Ein Gegenbeispiel ist ein Koi-Teich, ein mono-Kultur ohne Bio-Diversität. Ein Koi-Teich ist ein Industriebetrieb: Die fehlenden ökologischen Nichen muss man mit Pflege und Zubehör füllen. Weil man intensiv Futter gibt, muss man ein Koi-Teich regelmässig putzen, Filter einsetzen, die Sedimentation am Boden absaugen, mit weiterem Zubehör gegen Algen kämpfen usw...

    Wenn man Zebras in einem genügend grossen Naturpark hält, muss man nichts tun. Wenn man aber Zebras in einem Stall pflegen will, brauch man viel Futter, Zubehör und Pflege.

    Ausser Büchern über Naturteiche, haben mich Bücher wie collapse (J. Diamond), ecology of the planted aquarium (D. Walstad), dynamic aquaria: building living ecosystems (Adey & Loveland) am meisten inspiriert. In der Schweiz habe ich noch keine Naturaquarien gesehen.

    Meine grösste Schwierigkeit ist, dass ich noch die Kleintiere zu wenig kenne, und noch eine zu kleine Auswahl habe um eine möglichst komplette Nahrungskette zu bilden (mit genügend Bio-Diversität).

    Deshalb frage ich: Hat jemand bereits Erfahrung mit Naturaquarien?

    Grüsse
    Tunc
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. November 2007
  6. MichaelSG

    MichaelSG

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    Hallo

    Nein, ich nicht und das wird auch garantiert so bleiben. ;-)

    Nicht, dass ich die Idee an sich nicht gut und interessant finde, aber "meine" Aquaristik funktioniert anders.
     
  7. Kermit

    Kermit

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    Hi Tunc,

    dein low-tech Projekt klingt sehr interessant und ich spiele seit einiger Zeit ebenfalls mit dem Gedanken ein ähnliches Aquarium einzurichten.
    Deshalb kann ich (noch) keine praktischen Erfahrungen berichten, aber vielleicht in zwei-drei Monaten. Mich hat D. Walstadts Buch auch inspiriert, lässt aber noch einige Fragen offen. Z. B. die Zusammensetzung der Erde, die sie in ihren Aquarien verwendet. Die Bodenkunde - Pedologie - ist ja wieder eine Wissenschaft für sich.

    Hast du bereits Erde im Aquarium ausprobiert? Wenn ja welche, und wie sollte man sie ins Aquarium einbringen?
    Auf dem Foto sieht es eher wie Sand aus. Auf jeden Fall sind Überwasserpflanzen sicher hervorragend für das Gleichgewicht deines Aquariums.
    Was für Herbivore hälst du denn? Den mexikanischen "Kampfkrebs" (Hyalella) oder andere? Hyalella soll hervorragend gegen Algen sein aber leider werden Fischeier auch nicht verschmäht.
    Von der normalen Aquaristik her würde ich auch für das low-tech Becken wenigstens einen Luftheber mit Schwammfilter vorsehen. Oder hast du da andere (bessere) Erfahrungen gemacht?

    Sobald meine Aquarienwand steht, wird mein grosses Becken frei. Dann kann ich zur Tat schreiten und es zu einem Low-Tech-Becken umgestalten. Wenn es soweit ist, werde ich auch berichten.

    Gruss
    Frank
     
  8. matthias

    matthias

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    Hallo Tunc,

    Wow, ich finde es absolut super dein Becken!!! Bis jetzt habe ich all meine Becken nur mit Technik betrieben! Aber irgendwie ist es nicht so das Wahre, das Putzen, die Geräusche, die Schläuche etc...! Ich finde deine Variante sehr schön, es sieht wirklich sehr natürlich aus! Mein Kompliment! Werde mir mal Gedanken machen... Echt eine Alternative!

    beste Grüsse
    Matthias

    Ps: Im Video, sind dies Killi`s?
     
  9. Fritz

    Fritz

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    Hallo Tunc

    Interessantes Projekt.

    Habe aber auch keine Erfahrung mit sowas.


    Könnte mir vorstellen:
    Alles ausprobieren was in Bächen und Tümpeln lebt (unter Steinen)
    Wasserkäfer, Schnecken, Wasserasseln, Tubifex.
    Wasserflöhe, Hüpferlinge, Wasserlinsen.

    Ich hatte mal ein kaltwasser-AQ wo sich die Tubifex im Boden schneller vermehrt haben als die Fische fressen konnten, da sich die Tubifex gar nicht so leicht aus dem Boden ziehen lassen.
    Der ganze Boden war rötlich, von den Tubifex.
    Die Tubifex hatte ich übrigens damals in einem Waldbach geerntet.
    Aber da war auch ein Filter dran und gefüttert hatte ich auch.

    Ich vermute aber dass so ein Becken noch viel zu klein ist um Fische drin zu halten.
    Das Kleingetier könnte ein Problem sein. Da es wahrscheinlich gerne von den Fischen ausgerottet wird.
    Vielleicht noch Laub und Holz in's Becken, dann können sich die Kleintiere besser verstecken.

    Gruss, Fritz
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. November 2007
  10. Robin S.

    Robin S.

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    Hallo


    Ist das dein Becken oder einfach von Google oder so?? Sieht einfach hammer aus! Es sieht wirklich richtig nach natürlichem Habitat aus einfach Klasse!


    mfG Robin
     
  11. Tunc

    Tunc

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    Erde, Schlammfilter, Versteckzone

    In diesem Naturaquarium habe ich Quarzsand auf einer dünnen Schicht von Laterit. Ich kann mir vorstellen, dass Eisen- und Lehmhaltige Erde wie im Tropen sehr gut funktionieren könnte, wenn man neben Turmschnecken mit diversen Krustentieren und Würmern, die in reinem Sand nicht leben können, den Boden nachhaltig lebendig halten kann. Diese Tiere würden auch das Nahrungsangebot im Aquarium bereichern.

    Aber mit Erde aus einem sauberen Wald der Türkei oder Spezialerde aus dem Aquariumgeschäft habe ich eher schlechte Erfahrungen. Einmal wurden meine Fische wegen der Erde aus dem Wald vergiftet. Die Erde aus dem Aquariumgeschäft ist von mir aus ein Verbrauchsmaterial; seine Wirkung ist nicht nachhaltig. Vielleicht produzieren die Firmen bewusst solche Erde, damit sie weiterhin Zubehör wie CO2-Systeme, Pflanzendünger usw. verkaufen können.

    Ein Schwammfilter in einem Naturaquarium würde ich nicht empfehlen. Erstens macht er sehr viel Lärm. Damit ist einer der wichtigsten Vorteile (Ruhe) eines Naturaquariums weg. Zweitens ist er unnötig: Saurstoff oder Wärmeverteilung sind keine Probleme in einem Naturaquarium, auch wenn es beheitzt wird. Wenn der Heizer richtig plaziert wird, reichen die Konvexionsströme völlig aus. Drittens konkurrieren die Filterbakterien mit Pflanzen. Pflanzen sind bessere Wasserreiniger. Mit einem Filter ist die Nitrat-Akkumulation fast unvermeidbar.

    Ich habe ein weiteres Aquarium (120x50x50), mit Heizung und Beleuchtung aber ohne Filter (siehe Bild). Darin leben Apistogramma linkei (wildfänge), Neonfische, Algenfresser, Betta imbellis, Garnelen und Turmnschnecken. Alle Pflanzen und Fische sind ganz gesund, Nitratniveau gegen null, die Apistos können sogar ab und zu Junge aufziehen ohne irgendeine Hilfe.

    Ich habe damals schon eine Truppe von Hyalella in dieses Aquarium eingesetzt aber ich weiss nicht, ob immer noch welche leben. Vielleicht ist das Wasser zu weich (GH etwa 5) für ihre Vermehrung.

    Das stimmt; das Aquarium ist zu klein für eine Gruppe von Apistigramma borelli. Deshalb muss ich extra Futter geben, wenn auch ganz wenig. Nach dem ich die Darios durch borelli ersetzt habe, wurde das Naturaquariumkonzept leicht verwässert. Darios konnten aber ohne externes Futter ganz gesund mehrere Monaten leben. Mit neugekauften Weibchen aus Deutschland aber habe ich eine Krankheit mitgeschleppt, die alle Darios getötet hat.

    Es gibt in diesem Aquarium aber schon einige Zone, wo Fische nicht eindringen können. Ganz hinten gibt es eine Flachwasserzone. Die dichten Papirusstengel bilden mit duchgewachsenen Java moss uneindringbare jungle. Es gibt auch viel Holz und Laub. Deshalb können sich Garnelen weiter (mit borellis) fortpflanzen.

    Gruss
    Tunc
     
  12. Tunc

    Tunc

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    A. linkei weibchen mit Jungen

    ein weiteres Bild von dem beheizten Aquarium, das ich oben erwähnt habe.

    Die jungen sind noch zu klein und sie liegen auf dem Boden.

    Interessant ist, es gibt fast keine Mulm-Akkumulation in diesem Aquarium. d.h. mit Schnecken, Garnelen usw. ist das Recycling schnell genung.

    Tunc
     

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