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Kompletter Neubesatz 700 l - Ideen?

Dieses Thema im Forum "Haltung: Fische" wurde erstellt von Fischkopp, 12. Juli 2019 um 16:57 Uhr.

  1. Fischkopp

    Fischkopp

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    Hallo zusammen

    Mein letzter Beitrag hier liegt schon einige Jahre zurück, aber es gibt halt so Phasen, wo die bestehenden Becken einfach laufen und es nicht wirklich viel zu berichten gibt. Nun steht der Sinn aber nach Veränderung und ich bräuchte mal ein paar Meinungen und kreative Ideen.

    Es geht um mein altes Tanganjika-Becken. Das läuft jetzt ohne grosse Änderungen seit 2011, nur vor 1 ½ Jahren kam noch ein Trupp P. nigripinnis dazu. Leider hat uns der Wasserversorger im letzten Sommer kurzzeitig irgendetwas Fieses ins Wasser gemischt, auf jeden Fall hatte ich in diesem Becken kurz nach dem WW innerhalb weniger Tage ziemliche Ausfälle. Deshalb (und teilweise auch aus altersbedingten Abgängen) ist das Becken inzwischen nur noch mit Restbeständen besetzt, einzig die S. lucipinnis sind – soweit sich das bei dem Gewusel feststellen lässt – noch alle da, bei denen gab es sogar mal eine Zufallsnachzucht.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Aufstocken möchte ich die bestehenden Arten nicht mehr, nach acht Jahren habe ich diesen Besatz gesehen, es ist Zeit für was Neues.

    Grundlagen
    - Becken 170x70x60 cm, brutto also 714 l, netto aber nur rund 360 l weil…
    - fest eingeklebte, selbst gebastelte 3-D-Rückwand aus Styropor und Portlandzement
    - Beckentemperatur ohne Heizung ganzjährig konstant 24-26°C
    - Hahnenburger ca. KH 12 - 14, pH 7.6 – 8 (Werte schwanken immer mal ein bisschen)

    Gesetzt sind folgende Punkte:
    - Rückwand muss drin bleiben (war eine ganze Woche Arbeit, reut mich einfach)
    - keine Wasserpanscherei, es kommt direkt aus dem Hahn ins Becken
    - nicht Tanganjika, nicht Malawi
    - pflanzenlos (allerhöchstens ein paar Schwimmpflanzen)
    - dafür aber gerne mit ordentlich Holz, evtl. Schwemmholz

    Mir ist klar, dass damit gaaaanz viel wegfällt, macht aber nichts, es bleibt immer noch genug übrig. Pflanzenlos deshalb, weil a) die extrem schwache LED-Beleuchtung höchstwahrscheinlich nicht genug Licht für Pflanzenwachstum abwirft und b) das Becken bedingt durch den früheren Standort auf einem hohen Möbel steht, Oberkante Becken ist bei knapp 170 cm. Wasserwechsel geht gut (Schlauch rein, Schlauch raus), Scheiben lassen sich putzen, wenn man auf einen Stuhl steigt, aber ich würde dort drin echt nicht gärtnern wollen! Mulm saugen oder dgl. musste ich bis jetzt nie, die Bewohner haben den Sand immer fleissig umgegraben.

    Die Rückwand ist durchsetzt mit Höhlen in verschiedenen Grössen (jede mit Ein- und Ausgang, keine Sackgassen) und es wäre schön, wenn die weiterhin genutzt würden. Ist jetzt aber kein absolutes Kriterium. Das Becken ist schon recht stark strukturiert, das liesse sich durch zusätzliches Holz sicher noch weiter ausbauen. Also tendenziell eher etwas für revierbildende Fische und weniger für Streckenschwimmer. Habe mal ein Bild angehängt, wie das Becken heute aussieht:
    P7120010.JPG

    So, nachdem hier schon ein riesiger Roman steht, schreibe ich jetzt mal was ich mir bis jetzt so überlegt habe.

    Variante 1:
    Bachbecken Südostasien mit stärkerer Strömung
    Besatz: 1-2 Grundelarten (am liebsten Rhinogobius), irgendwas schmerliges (Schistura?)
    Einrichtung mit ein paar Extrasteinen, Kiesel und Sand, Holz
    Problem ist meiner Meinung nach bei dieser Variante die Temperatur. Wenn ich mir die Biotope ansehe, ist es dort doch relativ kühl, die Temperaturempfehlungen gehen meist so von 18-24°C, da wäre ich ganzjährig hart an der Grenze oder drüber.
    Auch finde ich relativ wenig über eine solche Kombination im Aquarium, obwohl sich die Tiere in der Natur wohl Lebensräume teilen. Da wäre ich um konkrete Erfahrungen und weitere Kombinationsvorschläge sehr froh.


    Variante 2:
    Flussbecken Südostasien, wenig Strömung
    Besatz: eine Art Stachelaale (M. zebrinus, M. aculeatus, irgendwas in der Grössenordnung) und „was da gut zu passt“
    Einrichtung Sand und feine Wurzeln, evtl. ein paar Schwimmpflanzen
    Stachelaale halte ich schon seit einigen Jahren und kann ihre Bedürfnisse ganz gut einschätzen. Ich hatte sie bis jetzt noch nicht pflanzenlos, aber in erster Linie brauchen sie Verstecke und Einrichtungsgegenstände zur Deckung
    Die Vergesellschaftung sehe ich hier als das grösste Problem. Es sind derart langsame und bedächtige Fresser, dass immer die Gefahr besteht, dass sie bei zu flinken Beifischen verhungern. Die Gefahr scheint mir bei dem grossen Becken noch eher gegeben als auf begrenztem Raum. Artenbecken finde ich aber die der Beckengrösse und einem eher versteckt lebenden Fisch nicht so prickelnd, da würde wohl auch meine bessere Hälfte streiken.

    Variante 3:
    Flussbecken Westafrika, wenig Strömung
    Besatz: E. calabaricus und ein passender Beifisch (P. buchholzi?)
    Ich habe auch in Richtung Polypterus überlegt, aber die haben doch mehr „Masse“, da scheint mir das Becken zu knapp. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
    Von der Beckengrösse her sollte das m.M.n. mit den Flösselaalen passen, ich könnte mir vorstellen, dass die auch die Höhlen mitnutzen würden. Habe da aber keinerlei praktische Erfahrung. Können die ohne Pflanzen?
    Zum Beifisch ist mir klar, dass das Maul nicht so klein ist und da schon was reinpasst. Ausser P. Buchholzi könnte ich mir auch C. acustirostre vorstellen, denke aber, das wird platzmässig knapp und die hätten vielleicht auch gerne etwas „Grünzeug“, so dem Namen nach. Aber wie gesagt, keinerlei Erfahrung mit allen diesen Arten.

    Es soll jetzt kein „päpstlicher als der Papst Biotopbecken“ werden. Aber so ein bisschen möchte ich die natürlichen Gegebenheiten schon nachbauen, wenn es sich ergibt. Rein von der Optik her kommen die kantigen Steine vermutlich am ehesten in einem schnell fliessenden Bach vor. In erster Linie sollen sich die Fische wohlfühlen und die Einrichtung soll ihren Bedürfnissen entsprechen.

    Also: Ehrliche Meinungen (auch solche, die ich nicht gerne höre) zu meinen Ideen und alle anderen Vorschläge sind herzlich willkommen! Bei den von mir genannten Fischen merkt man ja vermutlich schon, dass ich eine Schwäche für „Freaky-Fish“ habe. Auch ja, einen Wunsch hätte ich noch: keine potenziellen „Arschlochfische“, die in einer Nacht alle ihre Mitbewohner zerlegen können.

    Danke im Voraus und liebe Grüsse
    Fischkopp
     
  2. Rubens

    Rubens

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    hallo,

    hast du an Mittelamerika gedacht? In der Regel ziemlich robuste Fische. Pflanzen sind dort auch nicht en masse vorhanden.

    Westafrika sehe ich eher weniger. Die Wasserwerte sind ein bisschen zu hoch.

    grüsse RC
     
  3. Fischkopp

    Fischkopp

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    Hallo,
    ja, an Mittelamerika hatte ich gedacht. WW passen soweit, von dem, was ich an Bildern aus der Gegend gesehen habe, kommt das meinen Vorstellungen von der Gestaltung recht nahe - aber ich kann mich nicht recht dafür begeistern. Wie das manchmals so ist, die einen Fische begeistern einen und andere lassen einen kalt. Wobei ich bei Mittelamerika an Cichliden und Lebendgebärende denke, was anderes habe ich jetzt nicht konkret auf dem Schirm.

    Westafrika kommt halt schon darauf an, das Wasser ist ja nicht überall gleich. Speziell bei den Flösslern hatte ich jetzt den Eindruck, dass die eine grosse Bandbreite von Wasserwerten gut vertragen. Bei mir läuft zudem mit den genannten Wasserwerten sei über 8 Jahren ein Becken mit Westafrikanern, ohne Ausfälle (bis auf S. casuarius, der Kerl killte nach kurzer Zeit sein Weibchen uns starb selber nach rund 5 Jahren). Besatz von Anfang an S. nigriventris und P. buffei, als Nachfolger der S. casuarius seit rund 2 Jahren H. stellifer.
     
  4. Monteroks

    Monteroks

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    Hi,

    Wenns keine Malawi sein sollen, warum nicht ein Viktoriasee Biotop? Das ist mal etwas, was nicht jeder hat und sicher sehr spannend sein kann. Hier gibt's weitere Infos: https://www.ig-victoriasee-cichliden.de/
     
  5. Fischkopp

    Fischkopp

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    Auf jeden Fall eine Idee abseits der ausgetretenen Pfade, danke! Irgendwie hatte ich die immer als riesig im Kopf... Man möge mir mein lückenhaftes Wissen verzeihen, aber soweit ich weiss, sind viele Arten in der Natur entweder vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben (Verdrängung durch invasive Arten? mir geistert der Begriff Nilbarsch im Kopf herum). Im Handel werden die kaum je auftauchen und meiner Meinung nach sind hier sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten zu wertvoll, um sie ohne Zuchtambitionen - die ich nicht habe - zu halten. Die wenigen erhältlichen Tiere sollen denjenigen vorbehalten bleiben, die zur Erhaltung der Arten beitragen können und wollen.
     
  6. A.H

    A.H

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    Was genau würde denn gegen Regenbögen sprechen?
    Oben einen schönen Schwam Regenbogen und unten einige Grundeln etc.

    Von den Victoriaseecichliden gibt es meines Wissens in Gefangenschaft stabile Bestände, ein Kauf lohnt immer, sonst werden die Züchter ja ihre Tiere nicht los. Umso mehr Nachfrage umso besser.

    Gruess
     
  7. Fischkopp

    Fischkopp

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    Hallo

    Dann werde ich mich noch einmal genauer mit den Vikis beschäftigen, wobei ich jetzt nicht unbedingt auf Cichliden gehen wollte. Aber mal sehen.

    Regenbögen wären schon eine Option, die sind mir natürlich durch den Kopf gegangen, bieten sich bei dem Wasser ja an. Können mich jetzt nicht sooo begeistern (Habe ich schon erwähnt, dass ich nicht auf bunte Fische stehe?). Und mögen die es nicht eher krautig? Für mich hätten die halt wirklich mehr die Funktion des Beifisches zu Grundeln, ohne dass ich sie speziell toll finde.

    Ja ja, sagt es ruhig, die Alte ist schnäderfräsig ohne Ende. Aber he, wie oft hat man schon ein so schön grosses Becken zur Verfügung, da mag ich keine Kompromisse eingehen, nur damit es wieder voll ist.

    Irgendjemand eine Meinung zu einer der von mir genannen Varianten?
     

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