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Ich lerne ständig dazu…

Dieses Thema im Forum "Mitglieder-Vorstellung" wurde erstellt von Drächeli, 10. November 2021.

  1. Drächeli

    Drächeli

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    Hallo zusammen

    ich bin neu auf der Seite und möchte mich kurz vorstellen und meine „Geschichte“ erzählen.

    Ich arbeite Vollzeit im Schichtbetrieb im öffentlichen Verkehr, bin verheiratet und kann leider keine Kinder haben. Dadurch sind die beiden Katzen und die Fische ein Ersatz geworden.

    Mein Mann und ich haben vor wenigen Jahren ein Haus mitsamt Gartenteich gekauft, wodurch ich mich automatisch mit künstlichen Gewässern auseinandersetzen musste. Bereits in der ersten Saison habe ich viel über unseren Teich und seine Bewohner gelernt, auch was bei der Erstellung falsch lief.

    Da ein Teich ohne Fische etwas langweilig ist, habe ich einheimische Fische eingesetzt, was mir wichtig war. So gab es je 10 Gründlinge, Bitterlinge und Moderlieschen rein. Wegen den Bitterlingen kamen dann noch 3 Teichmuscheln dazu. Schon nach wenigen Wochen fanden wir sehr kleine Fischchen im Teich. Diese wollte ich natürlich schützen und habe die in einen 500l Hochteich gesetzt. Ich dachte lange, es seien Moderlieschen, da diese sich ja schnell vermehren. Nachdem diese fröhlich heranwuchsen (8 Stück) stellte sich dann heraus, dass es Bitterlinge waren, keine Moderlieschen.

    Wie bereits erwähnt, wurde beim Teich einiges falsch gemacht. Ich fing an, die Probleme zu beheben. Gräser ausreissen, Faulschlamm absaugen, Steine raus nehmen. Während dem Lockdown 2020 hatte ich dann 3 Wochen Zeit, mich um den Teich zu kümmern. Ich fand heraus, dass der Teich im Flachwasser-Bereich (war ca. 20cm bis zum Grund) mindestens 20cm tiefer war als gedacht, alles mit Schottersteinen gefüllt. Oh Schreck! Bei der tiefsten Stelle waren es ca. 70cm Wasser. Zu wenig für die Fische.
    Bis Heute weiss ich nicht, wieviel Liter das Volumen des Teichs ist. Ich hatte um die 10 Qubik vermutet.

    Inzwischen gab ich dem Teich etwas mehr Farbe und habe mir 3 Shubunkins und 4 weitere Teichmuscheln zugelegt.

    Gegen Herbst und mit sinkenden Temperaturen wurde es allmählich unangenehm, um kalten Wasser zu arbeiten.

    im Frühling 2021 gingen dann die Arbeiten weiter, Gräser raus, Schlamm weg. Die Arbeit schien Endlos! Es war alles über die Jahre dermassen verwurzelt, ich kam kaum voran. Und die Folie sollte ja nicht verletzt werden.

    Während den Ferien konnten mein Mann und ich dann mal im grossen Stil so richtig arbeiten. Nur leider wurde das Wasser während der Arbeiten durch das aufgewirbelte Sediment dermassen trüb, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fische noch irgend etwas sehen konnten. Auch wenn wir uns noch so bemüht hatten, wenig aufzuwirbeln. Unser Arbeitstempo war dadurch auch stark reduziert. Im Hochteich wollte ich nicht so viele Fische halten. Also kam ein Hälterungsbecken auf die Terrasse. 2500l, 2m Durchmesser, 80cm tief. Dann ging es ans Fischen. Von den 33 Fischen waren es noch die 3 Shubunkins, 5 Gründlinge, 4 Bitterlinge und 6 Moderlieschen übrig und natürlich die Teichmuscheln. Der Rest wurde wohl Opfer der Kröten und Katzen.

    Von den Kaulquappen haben wir 2 Eimer voll in die Natur entlassen, ebenso wie einem Frosch und zwei Kröten ein neues Zuhause in der Natur gegeben. Selbst die Schlammschnecken setzen wir aus, ein paar wenige setzten wir ins Hälterungsbecken. Mit Kies und Dekoration gestalteten wir das Becken wie ein Mini-Teich, inklusive von allen Seerosensorten und Hornkraut und Wasserpest.

    Jetzt ging es vollgas an die Arbeit. Einer für Eimer Steine raus, Schlamm weg, Gräser raus und was alles noch so darin war.

    Insgesamt holten wir 12 Qubik Material aus dem Teich. Neu war der Flachwasserbereich zwischen 40 und 50 cm tief, im mittleren Bereich um die 70cm und der Tiefwasserbereich 110cm.
    Wir fanden noch heraus, dass der Tiefwasserbereich ursprünglich doppelt so gross war, man hatte rund 4 Kubik zubetoniert.

    Wegen unserem Heizungsumbau muss die Teichsanierung leider zurückgestellt werden, der Aushub muss ja irgendwo zwischengelagert werden. Und ja, das Hälterungsbecken musste auch weg. Im Sommer hatte ich die Bestände wieder aufgestockt, Moderlieschen waren es wieder 11, Gründlinge 7, die beiden Generationen Bitterlinge führte ich wieder zusammen.

    Dann die grosse Frage, ein wie grosses Aquarium bringe ich im Haus unter. Wir entschieden uns für ein Juwel Rio 450l. Also alle Fische da rein.
    Erst taten sie mir wirklich leid, von Teich zu Hälterungsbecken zu Aquarium ist eine massive Reduktion. Dann stellte ich aber fest, dass die Fische im Aquarium viel aktiver wurden und auch wieder ein Schwarmverhalten da war, was zuvor kaum mehr vorhanden war. Selbst die Gründlinge liegen nicht mehr den ganzen Tag faul am Boden sondern schwimmen aktiv rum.
    Als Reinigungsunterstützung kamen dann noch 8 Panda Labeos und 8 Albino Saugschmerlen dazu.

    Nun fing das lernen richtig an. Ich habe viele Fehler gemacht, auch weil man mir keine Zeit liess, das Aquarium richtig einzufahren, weil das Becken innerhalb von 2 Wochen weichen musste. Jeder von euch weiss, was dann passiert… ein Teufelskreis. Bakterien zugeben, Wasserwechsel, Wassertest. Den Nitritpeak mit so einem Besatz abzuwehren eine Geduldsprobe. Tägliche grosse Wasserwechsel da das Nitrit sich innerhalb 24h verdoppelte. Ich hoffte, mit einem Ammoniumfilter Abhilfe zu schaffen, funktionierte nur bedingt.
    Mit viel Mühe konnte ich das Nitrit unter 0,2 halten. Ich hatte mich dermassen auf die Nitritwerte konzentriert, dass ich die restlichen Werte nicht so oft testete. Und mit so viel Wasserwechsel schienen mir die Nebensächlich, da die Werte des Leitungswassers alle im grünen Bereich lagen.
    Nach rund 2 Wochen konnte ich die Wasserwechsel von täglich auf alle 2 Tage reduzieren, dann 2x pro Woche und schliesslich wöchentlich.
    Nitritpeak erfolgreich abgewehrt! Mit der Reduktion der Wasserwechsel fing dann das Silikat an zu steigen. Meine Panda Labeos fanden das nicht toll, einen nach dem anderen musste ich rausholen. Ebenfalls 2 Bitterlinge und 1 Moderlieschen. Ein einziger Panda Labeo hat überlebt :(. Ich wusste noch immer nicht, woher das Silikat kam. Im Leitungswasser war nichts nachweisbar, im Internet wird nur darauf verwiesen.

    Da ich ja noch die Muscheln drin habe, und die viel zu wenig Nährstoff in dem sauberen Wasser haben, kam da noch das Thema Fütterung der Muscheln dazu. Mit einer Grösse von 165, einer Aquarium-Oberkante von 146 und einer effektiven Wassertiefe von 50 ist eine Fütterung nur über 3-Tritt möglich, ausserdem kann ich dem Panda Labeo keine Futtertabletten geben, die Gründlinge und Shubunkin schlucken die ganz.

    Inzwischen habe ich das Becken von ursprünglich viel künstlicher Deko und nur 3 verschiedene Pflanzen auf eine natürliche Einrichtung mit abwechslungsreicher Bepflanzung umgebaut. Eine der Teichmuscheln hat es leider nicht überlebt, sie kam wohl mit der neuen Umgebung nicht zurecht. Den Panda Labeo füttere ich nun von Hand, so kann ich ihn mitsamt Futter vor den übrigen Fischen schützen.

    Neuer Plan; ein 2. Aquarium muss her. Nicht so hoch, um besser an die Muscheln zu kommen, aber so gross wie möglich. So kam dann das Juwel Rio 240 dazu.
    Ich habe gelernt, 3D Rückwand richtig ankleben, Kies richtig verteilen, von Anfang an CO2 Anlage rein und das allerwichtigste; Aquarium einfahren! Ammonium-Peak und Nitrit-Peak ausstehen, Pflanzen anwachsen lassen.

    Nach 2 Wochen konnten die Bitterlinge umziehen, bei den Muscheln nahm ich immer nur die raus, die geschlossen waren und nach einer weiteren Woche kam dann noch der Panda rüber.
    Eine der Albino-Saugschmerlen wollte ich ebenfalls rüber nehmen, da diese ständig von den anderen vertrieben wird. Nach 2h vergeblicher Jagd liess ich das dann sein.

    Im kleinen Aquarium hat es mittlerweile noch Posthornschnecken und Blasenschnecken.
    Die Wasserwerte blieben stabil, so konnte ich den Bestand hochfahren. Der Panda bekam 3 weitere Kollegen (noch richtige Babys mit knapp 2,5-3cm Länge um Vergleich zum 6cm grossen) und da die Bitterlinge sich vorwiegend in den Pflanzen verstecken gab es Zebrabärblinge und einen Leopardbärbling (war wohl im falschen Becken beim Händler gelandet) dazu.

    Da war ja noch das Thema Silikat. Ich hatte noch immer keine Lösung gefunden. Bei meinen wöchentlichen Wassertests fiel mir aber auf, dass ich im kleinen Becken kein Silikat hatte, im grossen der Wert aber anstieg. Ich habe in beiden Becken die gleichen Hölzer, Pflanzen und Kies. Es gab nur einen Unterschied; der Ammoniumfilter war ja noch im grossen Becken drin… Also mal rausfinden, was das für Material ist. Siehe da; Zeolith. Der Ursprung vom Silikat in dem Becken.
    Der Filter ist nun draussen, Silikat-Ex drin.
    Wasserwechsel mache ich seit 2 Wochen keine mehr, Es wird nur das Verdunstungswasser aufgefüllt.
    Den Fischen geht es prächtig!

    Danke an Alle, die meinen Roman bis zum Ende gelesen haben!
     
  2. Drächeli

    Drächeli

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    Noch ein Paar Impressionen zur Geschichte…
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  3. BahaMan

    BahaMan

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    Hallo Drächeli

    Ich habe den Roman zu Ende gelesen.


    Ein super schöner Teich habt ihr da!

    Grüsse aus Bern
    Pascal
     
    Drächeli gefällt das.

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