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Besatzfragen zu hartem Aquarienwasser

Dieses Thema im Forum "Haltung: Fische" wurde erstellt von Marquito, 28. September 2021.

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  1. Marquito

    Marquito

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    Guten Tag liebe Aquarianerinnen und Aquarianer

    Ich bin Aquarienanfänger und seit 3 Wochen stolzer Besitzer eines 120cm, 240l Aquariums von Eheim inkl. Aussenfilter, CO2 Anlage und Heizstab.
    Mein Aquarium befindet sich momentan in der Einfahrfase mit dem 90Tage-Programm von Tropica.
    Nun ist es so das wir bei uns relativ hartes Leitungswasser haben und ich den Besatz anhand den Wasserwerten zusammenstellen möchte. Eine Osmoseanlage möchte ich nicht betreiben.

    Meine Wasserwerte bisher sind:
    PH: 7.0-7.3
    GH: 18-20 dH
    KH: 14-16 dH
    gemessen mit Tröpfchentests

    In meinem Aquarium befindet sich ein Sandboden, mehrere Wurzeln, Steine und Bepflanzung. Die Bepflanzung werde ich im Vordergrund und auf den Wurzeln noch aufstocken.

    Nun zum Besatz, ich verzweifle langsam wenn ich mich im www und Büchern schlau machen möchte mit den vielen verschiedenen Angaben zu den Wasserwerten welche die Fische benötigen/akzeptieren.

    So wie ich das sehe würden Lebendgebährende am besten zu meinen Werten passen. Was mache ich aber mit den Jungfischen wenn sich die Guppys usw. vermehren wie die Karnickel?! Gibt es allenfalls für ein solches Aquarium Fische welche die Jungen über Nacht verschwinden lassen können??? Darf man das überhaupt?

    Ich habe mir jetzt mal einen Besatz zusammengestellt und möchte von euch wissen was ihr darüber denkt.

    Momentan im Becken:
    10 Amanos
    2 Zebra Rennschnecken
    1 Helmschnecke
    und eine kleine Schnecke welche ich warscheinlich mit den Pflanzen zusammen ins Aquarium gesetzt habe...

    Wunsch:
    Mein Sohn (und auch ich) hat sich in den Blaupunktbuntbarsch Electric blue verliebt.
    1Paar könnte ja rein passen, bei bis zu 16cm auch nur knapp...

    Als Schwarmfisch könnte ich mir eine Gruppe Rotflossensalmler oder rotblaue Kolumbianer und/oder Kongosalmler vorstellen. Die könnten von den Wasserwerten passen oder?
    Gibt es noch andere Salmler welche zu den Wasserwerten passen?

    Am Boden hätte ich noch gerne eine Gruppe Julii Panzerwelse.
    Würden auch Otos dazu passen? Oder würden die von den Barschen eliminiert werden?

    Was haltet ihr von so einem Besatz?
    Vielen Dank für eure Inputs schon im voraus...

    LG
    Marco
     

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  2. Aqua92

    Aqua92

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    Hallo Marco

    Willkommen im Hobby und schön liesst du dich so gut ein.

    Das harte Wasser ist immer ein schwieriges Thema. Man sieht es vielen Fischen nicht an, ob sie damit glücklich sind oder nicht.

    Deine gelisteten Salmler und Welse stammen alle aus deutlich weicherem Wasser. Für die Dauerhaltung würde ich nicht härter als 10-15°dH fahren.
    Corydoras sind zähe Fische, die werden es auch bei 20°dH überleben, aber eben, wie glücklich sie damit sind ist schwierig zu sagen. Die im Handel sind fast immer C. trilineatus und nicht C. julii, auch wenn sie so angeschrieben sind.
    C. paleatus ist ansonsten sehr genügsam, der könnte gehen.
    Otos würde ich keinenfalls einsetzten, das sind eher heikle Fische und aus meiner Sicht schlecht für Anfänger geeignet.

    Ansonsten, schaue mal bei den Regenbogenfischen. Da gibt es sehr spannende Fische, die Teilweise mit deinen Werten klar kommen sollten. Je nach Biotop sind die Wasseransprüche ganz unterschiedlich.

    Gruss Jonas
     
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  3. A.H

    A.H

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    Dein Wasser ist schon eher härter, da dürften insbesondere die meisten Salmler eher unglücklich sein.
    Regenbogenfische wären hier eine tolle Alternative. Sie sind extrem farbenfroh, einfach und bilden wie die Salmler Gruppen.

    Die Blaupunktbuntbarsche werden deine Amanos verspeisen. Meine haben damals mit ca. 12cm angefangen Regenbogenfische mit 5cm zu mampfen. Garnelen schon vorher.

    Von C.paleatus würde ich eher abraten, wenn das Becken dauerhaft über 25 Grad hat, die mögen es gerne mal kühler. Wenn es unbedingt Panzerwelse braucht: C.aeneus. Trotzdem der Hinweis, für Panzis ist Sand besser als Kies.

    Um im asiatischen Bereich zu bleiben: Es gibt div. hübsche Grundelarten welche aus härterem Wasser kommen und damit grundsätzlich geeignet wären.

    Bzgl. Barsch wird es im asiatischen Bereich aber schwieriger. Blickfänge sind (eher) selten. Glasbarsche sind interessant aber farblos. Allenfalls noch Etroplus, die kenne ich allerdings nicht.
    Im Bereich der Labyrinther gäbe es zB. mit den Makropoden interessante, farbige und zutrauliche Tierchen.

    Gruess
     
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  4. Marquito

    Marquito

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    Hallo Jonas, hallo Leo

    Vielen lieben Dank das ihr euch die Zeit für mich genommen habt.
    Der Input mit den Regenbogenfischen und den vorgeschlagenen Panzerwelsen ist super und werde ich sicher im Hinterkopf behalten.
    Ich bin für alles Offen wegen dem Besatz, schön wäre einfach wenn mein kleiner seinen blauen BB bekommen könnte... ;-) Aber wenns nicht geht dann gehts halt nicht... Und die Fische sollen sich ja auch Wohl fühlen!

    Aber mit den Wasserwerten ist das was mich verwirrt, der Rotflossensalmler (Aphyocharax anisitsi) wird mit bis 5-25dH angegeben. Der Rotblauer Kolumbianer (Hyphessobrycon columbianus) mit 5-19dH und der Blaupunktbuntbarsch (Andinoacara pulcher) mit GH < 25 oder 5-15dH je nach Quelle. Das gleich bei den Kongosalmlern...
    Die Begründung dafür sollen die verschiedenen Wassergegebenheiten in Süd-/ und vor allem in Mittelamerika sein... Da gibt es anscheinend auch Flüsse oder Seen welche härteres Wasser führen.
    Das gleiche gilt ja auch für Südasien und Australien mit den Regenbogenfischen. Da gibt es auch unterschiedliche GH Angaben je nach Unterart.
    Das sind ja werte welche ich ja erfüllen kann. Oder?

    Ich habe gestern mein Wasser nochmals getestet und habe nun folgende Werte:
    PH: 7.0
    GH:18
    KH:16

    Auffallend ist bei mir das sich der GH und PH immer weiter nach unten bewegt. Ist das in der Einfahrfase normal?

    Ich werde versuchen mit einer Torffilterung die Härte und PH noch nach unten drücken. Hat jemand Erfahrung ob und wieviel das nach unten geht?

    LG
    Marco
     
  5. A.H

    A.H

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    Sälü Marco

    Wie gesagt, wenn dein Sohn den BB unbedingt will, kommst du um eine Anpassung bzgl. Besatz nicht herum.

    Die Entwicklung der WW ist normal und beginnt (vereinfacht ausgedrückt) zu einem gewissen Grad mit jedem WW von neuem, bspw. die Pflanzen verbrauchen Nährstoffe aus dem Wasser, wodurch dieses weicher wird. Torf wird v.a einen Einfluss auf die Wasserfarbe haben und bei ausreichender Menge den PH drücken. Schlussendlich aufwändiger als eine Osmoseanlage bei geringerem Ertrag.

    Die angegebenen Wasserwerte sind schlussendlich Richtwerte. Die Werte in der Natur sind je nach Bach, Jahreszeit etc. unterschiedlich. Im Prinzip lässt sich (sehr vereinfacht) sagen, dass umso verbreiteter die Art und umso länger im Hobby umso umkomplizierter ist diese hinsichtlich der WW. Unpassende WW können das Alter, Färbung, Fortpflanzung und Gesundheit des jeweiligen Fisches beeinflussen. Keiner der Fische wird bei einem eins zu hohen GH plötzlich eingehen.

    Hinsichtlich deiner Salmler:
    Den Kongosalmler würde ich bei deiner Beckengrösse wieder streichen. Die Männchen werden rechte Brummer.

    Gruess
     
  6. platn

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    Hallo Marco
    Es ist richtig, dass GH und pH mit dem alter des Aquariums etwas nach unten bewegt. Durch die biologische Abbauprozesse bilden sich schwache Säuren.
    Das reicht in deinem Fall aber nicht, KH auf ca 10 zu drücken um weichwasserfische zu halten. Einzige Möglichkeit ist umkehrosmose.
    Dass die Range bei Wasserparameter für Fischhaltung oft so angegeben wird, ist für Anfänger verwirrend.
    Es gibt ein paar Südamerikaner die mit dem härteren Wasser zurechtkommen. Zb Schwarzer Neon, Trauernantelsalmler, Metallpanzerwelse , der gemeine Antenenwels.

    Mir kommen folgende Besatzideen in den Kopf:
    - Regenbogenfisch, zb Boesemani oder der Diamant Regenbogenfisch. Dazu Celebes Sonnenstrahlfisch. Unten Grundeln und Antenenwels Damen.
    - ein stamm Schwertträger ( es gibt sehr schöne Stämme wie Koi, Berliner oder alpha ) und Antenenwelse, ev Metallpanzerwelse. Dazu amanos oder Ghost Shrimp. Black Molly lyratail wird auch grösser.
    - Barsch Aequidens pulcher electric blue soll auch im härteren Wasser gehen.

    Wenn du Züchter Adressen brauchst, kannst mir gerne schreiben.
    Gruss
    Ingrida


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    Zuletzt bearbeitet: 5. Oktober 2021
  7. Basil Boesch

    Basil Boesch Moderator

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    Hallo Marco

    Zum Besatz hast Du ja schon einige Tipps erhalten (von Leuten, die da wahrscheinlich mehr Ahnung haben als ich ;)). Daher noch eine kurze Anmerkung zum Torf:

    Das kann man nicht allgemein sagen. Torf ist ja ein Naturprodukt und je nach dem welchen Torf Du genau verwendest, kann die Wirkung unterschiedlich stark sein. Aber grundsätzlich gilt, je weicher das Wasser desto leichter lässt sich der pH beeinflussen.

    Allerdings wäre mein Rat, zuerst mal eine Grundsatzentscheidung zu treffen bezüglich Besatz, anstatt jetzt an den Wasserwerten zu "spielen". Falls Du Dich für Hartwasserfische entscheidest, dann brauchst Du ja gar keinen Torf bzw. allenfalls wäre das sogar kontraproduktiv. Und wenn Du trotzdem lieber Weichwasserfische hättest, dann würde ich mir das mit der Osmoseanlage nochmals überlegen. ;) Wie Leo (@A.H) schon geschrieben hat, wäre das langfristig gesehen wohl die einfachere, effizientere und günstigere Variante als Torf.

    Griessli, Basil
     
  8. Ändu

    Ändu Moderator

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    Hallo Marco

    Durch Abbauprozesse entstehen Säuren und es ist (nicht nur in der Einfahrphase) normal, dass sich zumindest die KH etwas reduziert. Aber der Effekt ist minimal. Und ich sehe hier auch keine wesentliche Reduktion. Zuerst schreibst du:

    Und jetzt:

    Das ist für mich dasselbe (Messungenauigkeiten etc.).

    Glaub mir eins: Vergiss Torf. Du bräuchstest über die Jahre Unmengen, um bei dieser Härte ein Wasser zu erreichen, welches für Weichwasserfische passt. Entweder du entscheidest dich für eine Umkehrosmoseanlage, oder du suchst dir Fische aus, die zu diesem harten Wasser passen.

    Lass dich von so unrealistischen Angaben bitte nicht irritieren. Die Wasserwerte schwanken in der Natur niemals so krass, zumindest nicht ein einzelnes Gewässer. Es kann sein, dass die Fische in einem Verbreitungsgebiet in unterschiedlichen Gewässern schwimmen und die Werte sich leicht unterscheiden (aber sicher nicht so stark wie oben angegeben, ausser man beweist mir das Gegenteil). Man muss berücksichtigen, dass es auch in diesem Hobby um Geld geht. Je breiter man die Empfehlungen macht, desto mehr Leute kommen als Kunden in Frage und desto mehr Umsatz gibt es. Hier hat aber niemand ein finanzielles Interesse und deshalb kriegst du hier (realistische) Empfehlungen zu lesen, welche sich stark von den von dir gefundenen Empfehlungen unterscheiden können.

    Gruess, Ändu
     
  9. Marquito

    Marquito

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    Guten Tag zusammen

    Besten Dank für eure Antworten und Ratschläge. Ich werde meinen Besatz dementsprechend anpassen.

    Gruess Marco
     
  10. öpflschnägg

    öpflschnägg

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    Salü zäma,

    Ich möchte hier jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass Weichwasserfische in hartes Wasser gehören, aber die oben zitierten Werte für den Rotflossensalmler z. B., den man wie weitere Salmler aus dem Paraná-Einzugsgebiet gut in mittelhartem Wasser halten kann, findet man auch bei seriouslyfish, einer Seite, die ich für seriös halte.

    Extrem schwankende Wasserwerte können schon auftreten, in Karstgebieten z. B. verursacht durch heftige Regenfälle.

    Herzlich, Roman
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Oktober 2021
  11. Ändu

    Ändu Moderator

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    Sälü Roman

    Danke für die Ergänzung, ich war da wohl etwas zu streng, zumindest in Bezug auf die Rotflossensalmler.

    Gruess, Ändu
     

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