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Regenwasser im Aquarium
Onlinemagazin - Technik
Samstag, den 12. April 2008 um 21:26 Uhr
Gegen den Einsatz von Regenwasser ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Es gibt aber einige Punkte, die man beachten sollte:

Das erste Regenwasser nach einer Trockenperiode enthält unter Umständen sehr viele Schadstoffe und Schmutzpartikel, da diese aus der Luft "gewaschen" werden.   Daher würde ich dieses nicht verwenden und erst nach einer Weile Niederschlag das Wasser zu sammeln beginnen. Völlig ungeeignet als Sammelbehälter für Aquarien-Regenwasser sind die häufig gesehenen Blechfässer, da diese rosten. Tonnen aus Plastik eignen sich da vorzüglich, die gibt es in jedem Baumarkt in verschiedenen Grössen zu kaufen.

Nicht unbedenklich ist auch der Kupfer, aus dem die meisten Regenrinnen sind. Am besten einfach mal eine Tonne voll sammeln und mittels Test den Kupfergehalt überprüfen. Gut geeignet für die Gewinnung von Regenwasser sind oft Garagendächer oder die von Gartenhäuschen. Diese lassen sich auch einmal mit nicht allzugrossem Aufwand reinigen und sind häufig mit Regenrinnen aus Kunststoff versehen. Vorteilhaft ist, den Abfluss der Regenrinne oben mit einem feinmaschigen Gitter oder grobporigen Schaumstoff zu versehen, so dass grober Schmutz nicht im Sammelbehälter landet. Der Behälter sollte zudem abgedeckt werden, um das Regenwasser vor Verschmutzungen wie Blütenstaub und Insekten zu schützen.

Trotzdem ist es zu empfehlen, das gesammelte Regenwasser vor dem Einsatz erst noch ein paar Tage zu filtern. Die besten Erfahrungen habe ich mit einem gedrosselten Topffilter gemacht: unten feinporiges Filtermaterial zum Herausfiltern der Schwebeteilchen, oben Aktivkohle zur Bindung von Schadstoffen.

Reines Regenwasser ist genauso wie reines Osmosewasser für den Einsatz im Aquarium nicht geeignet, aus denselben Gründen. Das Wasser ist praktisch frei von Mineralstoffen und Spurenelementen und deshalb lebensfeindlich für die AQ-Bewohner. Gesamt- und Karbonathärte lassen sich mit Tropfentests nicht mehr zuverlässig nachweisen, der pH liegt meistens zwischen leicht und stark sauer (bei mir war er nach der Filterung bei ca. 5). Durch die fehlende Pufferwirkung der Karbonathärte ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis ein Säuresturz eintritt. Deshalb empfehle ich die Aufbereitung mit Salz wie es für Osmosewasser verwendet wird (dort ist fast alles drin was die AQ-Bewohner brauchen) oder den Verschnitt mit Leitungswasser.

Der Einsatz von Regenwasser ist sicherlich die wirtschaftlichste und einfachste Methode, an weiches Wasser zu kommen. Leider (oder zum Glück, je nachdem Wink ) steht es nicht immer zur Verfügung und birgt gewisse Risiken wie Verschmutzung durch Industrie- und Verkehrsabgase. Ist man sich aber dessen bewusst und achtet auf diese Dinge, bevor man das Wasser in sein AQ kippt, so ist Regenwasser gut geeignet für Aquarien.

Gruss, Nicu
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. November 2008 um 07:40 Uhr
 

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