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Alternative Behandlungsmethoden
Onlinemagazin - Fische
Geschrieben von: Rosana   
Samstag, den 29. November 2008 um 11:19 Uhr
Bakterieller Befall oder Pilz? Es muss nicht immer Antibiotika sein!
von Rosana

Neben den bekannten Parameter wie passende Wasserwerte, regelmässige Wasserwechsel,
gutes und abwechlungsreiches Futter - eben optimalen Bedingungen - die eine
Krankheit meistens erst gar nicht aufkommen lassen, gibt es Möglichkeiten
einen kranken Fisch zu behandeln ohne nach der chemischen Keule zu greifen.

 

Egal ob es doch noch nötig ist konventionellen Medikamenten zu verwenden

oder man die unten genannten Methoden verwendet, sollte stets auf eine Diagnose
abgestützt sein. Bevor man mit der Behandlung beginnt, sollte die betreffende
Krankheit möglichst genau bestimmt werden. Dabei muss man sich allenfalls
Rat holen, denn eine genaue Diagnose ist aufgrund der äusserlichen Betrachtung
des Fisches im Aq meist nicht zu erstellen. Erst wenn man die Ursache der Erkrankung
kennt, kann man sie entsprechend behandeln. Oft sind dabei nicht Medikamente
von Nöten, sondern eine Verbesserung der Haltungsbedingungen.


Noch Allgemeines zum Einsatz von Pflanzen und Pflanzenteile:

Es eignen sich sicherlich weitaus mehr als die hier aufgezählte Pflanzen
für eine Behandlung, da sich die meisten Pflanzen gegen Blattfresser (Insekten,
Pilze, etc.) wehren, in dem sie in ihre Blättern schlecht schmeckende,
schwer verdauliche und/oder giftige Stoffe einlagern, u.a. Huminstoffe, Fulvosäuren,
Tannin, etc. Meiner Meinung nach sollte man aber auf Erprobtes zurückgreifen,
um sich von unerwünschten Überaschungen zu schützen.

Die Blätter und Zäpfchen sollten aus ländlichen (unbelasteten)
Gebiet stammen. Sie sollten nur im getrockneten Zustand verwendet werden, ansonsten
ist die Belastung für das Aquarium zu gross. Weiter macht es wenig Sinn
die Blätter und/oder Zäpfchen aus falsch verstandenem Sauberkeitsgefühl
abzukochen bevor sie verwendet werde, so wird der grösste Teil der erwünschten
Stoffe vor dem eigentlichen Einsatz ausgeschwemmt. Wenn die Blätter dreckig
sind genügt es, sie kurz unter Wasser zu spühlen bevor sie ins Aquarium
getan werden..



Eich- oder Buchblätter

Wirkung: enthält Tannin, das bakterizid wirkt., wobei Eichblätter
mehr Tannin (aber weniger als Erlenzäpfchen) enthält als Buchblätter.
Der pH wird nur sehr leicht gesenkt (bei niederer KH), der Leitwert erhöht
sich leicht.


Anwendung: 5 - 8 getrocknete, braune Blätter auf 100 l Wasser.

Einfach ins Aquarium legen. Nach ein paar Tagen haben sich die Blätter
mit Wasser vollgesaugt und gehen unter.



Erlenzäpfchen

Wirkung: enthält Tannin, das bakterizid wirkt. Der pH wird nur sehr leicht
gesenkt (bei niederer KH), der Leitwert erhöht sich leicht.


Anwendung: 5 - 8 getrocknete, braune Zäpfchen auf 100 l Wasser.



Knoblauch

Wirkung: Regt die Darmtätigkeit und unterstütz eine Behandlung bei
weissem Kot und Darmflagellaten. Weiter hat Knoblauch (wie auch die Zweibel,
wenn auch nicht so stark) eine wurmabtreibende Wirkung und können so zur
Bekämpfund von Kiemen- und Bandwürmer eingesetzt werden.


Anwendung: 1 x täglich verfüttern von der normalen Portion selbstgemachtes
Frostfutter (1-2 Koblauchzehen auf 500g selbstgemachtes Frostfutter)



Limnophila sessiliflora

Diese Pflanze gibt wahrscheinlich bakterizide Stoffe ans Wasser ab und kann
eine Heilung beschleunigen.



Salz

Wirkung: antibakterielle, gegen Verpilzung und Ektoparasiten


Anwendung: Kurzbad 15 - 20 g / Liter über 10 bis 20 Minuten. Dadurch wird
ein komplettes Abschleimen erreicht. Behandlung ist nur unter ständiger
Beobachtung durchführbar. Sobald der Fisch anfängt zu taumeln oder
sich nicht mehr in der Waagrechten halten kann, muss der Fisch sofort zurückgesetzt
werden!

Dauerbad bei Weichwasserfischen 1 g auf 12,5 Liter; max 5 Tage.



Schwarztee

Wirkung: antiseptische, vor allem zur Vermeindung der Laichverpilzung


Anwendung: Bei Schwarztee, am besten aus dem Reformhaus, sollte man nur den
"zweiten Aufguss" verwenden, das heisst, man lässt den Tee 3
Minuten ziehen, trinkt den Tee oder schüttet ihn weg Wink und nimmt die eben
schon verwendeten Teeblätter und überbrüht sie noch einmal und
lässt den Tee diesmal ziemlich lange ziehen. Dadurch befindet sich in diesem
2. Aufguss kaum noch Koffeein, aber viele Gerbstoffe, die ein Verpilzen verhindern.
Eine Tasse des 2. Aufguss reicht etwas für 10 Liter Aquariumwasser. Der
pH-Wert wird dabei kaum verändert!



Seemandelblätter (alternative da Seemandelblätter nicht immer
leicht erhältlich sind, kann man auch Bananenblätter vom Bananenbaum
verwenden!)

Wirkung: desinfizierend und fungizid, vorbeugend gegen Laichverpilzung, kann
aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen
eingesetzt werden. Der pH wird nur sehr leicht gesenkt (bei niederer KH), der
Leitwert erhöht sich leicht.


Anwendung: 2 - 3 getrocknete, braune Blätter auf 100 l Wasser.

Einfach ins Aquarium legen. Nach ein paar Tagen haben sich die Blätter
mit Wasser vollgesaugt und gehen unter.



Torf (ähnliche Wirkung haben auch frisch eingesetzte Moorkienhölzer)

Wirkung: enthält Huminsäuren und wirkt antiseptisch. Der pH wird
nur sehr leicht gesenkt (bei niederer KH), der Leitwert erhöht sich leicht.


Anwendung: sollte wenn möglich extern zur Aufbereitung des Wasser verwendet
werden, nach einer Woche ist der Torf (nur jenen ohne Zusatz verwenden) in der
Regel erschöpft. Nitrat und Phosphat sollte pro gekauften Torf zuerst gemessen
werden (je nach Messergebnis ist der Torf untauglich)



Wahlnussblätter

Wirkung: desinfizierend und fungizid, vorbeugend gegen Laichverpilzung, kann
aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen
eingesetzt werden. Der pH wird nur sehr leicht gesenkt (bei niederer KH), der
Leitwert erhöht sich leicht.


Anwendung: 5 - 7 Blatt auf 100 l Wasser.

14 Tage im Aquarium lassen.



Wärmebehandlung

Wirkung: gegen Bakterien und Parasiten


Anwendung: Temperatur langsam erhöhen auf 30 über 10 Tage ev. Wenn
nötig noch weiter erhöhen auf 33 bis 34°C über 24 bis 36
Stunden, wobei eine zusätzliche Beluftung nicht vergessen werden soll



Zimt

Wirkung: antibakterielle und fungizide vorbeugend gegen Laichverpilzung, kann
aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen
eingesetzt werden. Der pH wird nur sehr leicht gesenkt (bei niederer KH), der
Leitwert erhöht sich leicht.


Anwendung: 1-2 Zimtstengel auf etwa 100 l direkt ins Wasser oder (sollte nur
bei separierten kranken Tieren angewendet werden), man stellt ein Zimtsud (1
Zimtstengel auf 1 Liter siedendes (nicht kochendes!) Wasser, ziehen und abkühlen
lassen) her und gibt ihn sehr langsam und in kleinen Portionen (wichtig! um
den Fisch nicht noch weiter zu stressen) ins Krankenaquarium bei.



Schlussbemerkung:

Gerade die Wärmebehandlung lassen sich gut mit anderen Methoden kombinieren.
Weiter sollte man möglichst früh mit der Behandlung beginnen, also
bevor der Fisch schon halbtot ist.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. November 2008 um 07:38 Uhr
 

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