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Malawisee-Buntbarsche: Nicht nur für Malawisee-Liebhaber!
Onlinemagazin - Bücher
Geschrieben von: Michi Tobler   
Freitag, den 28. November 2008 um 21:25 Uhr
"Malawisee-Buntbarsche: Erfolgreiche Haltung und Zucht" von Andreas Spreinat. Dähne Verlag, Ettlingen, 2002, ISBN 3-935175-10-8, 107 Seiten, viele Farbbilder, € 16.80

spreinatbuntbarsche


Malawisee-Buntbarsche gehören wohl zu den beliebtesten Aquarienfischen. In kaum einer Zoohandlungen fehlen sie und oft ist gar eine riesige Auswahl anzutreffen:
verschiedene Felsencichliden (Mbuna), im freien Wasser lebende Utaka und zahlreiche Arten in den verschiedensten Formen, die früher in der Gattung Haplochromis geführt wurden. Im deutschsprachigen Raum dürfte sich wohl keiner so gut mit den Cichliden des Malawisees auskennen wie Andreas Spreinat aus Göttingen. Seit über 25 Jahren pflegt er diese Fische im Aquarium und durch seine zahlreichen Reisen zum See kennt er auch die natürlichen Habitate wie kaum ein anderer. Bekannt wurde er unter den Aquarianern und Malawiseeliebhabern durch die zahlreichen Artikel, Bücher, CDs und Filme, die er bis anhin veröffentlicht hat und nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Vorträge an verschiedenen Treffen und Vereinsabenden.

Zahlreiche Bücher über die Haltung und Zucht von Malawisee-Buntbarschen von verschiedenen Autoren sind schon seit einiger Zeit im Handel. Man kann kann sich deshalb fragen: Ist es denn nötig, dass schon wieder so eines erscheint? Nun, über die Notwendigkeit kann man sich natürlich streiten, in Anbetracht der Mängel anderer Bücher ist dieses Neue aber mit Sicherheit ein Lichtblick.

Die Haltung von Malawis wird ja gemeinhin als einfach beurteilt. Gerade Einsteiger bekunden aber immer wieder Probleme. Tatsächlich gibt es schon einige Punkte zu berücksichtigen: qualitativ gutes Wasser, ausreichend grosse Becken, die richtige Vergesellschaftung und eine angemessene Fütterung sind wohl die Schlüsselfaktoren zur erfolgreichen Haltung von Malawisee-Buntbarschen.

Auf alle wesentlichen Punkte geht Spreinat genau ein und zwar in einer Sprache, die jedermann verstehen kann.Gerade die ersten Kapitel über das Aquarium, die Wasserpflege und die Ernährung der Fische sind exzellent und unbedingt auch Lesern ans Herz zu legen, die sich nicht mit Malawisee-Buntbarschen beschäftigen. Besonders gelungen finde ich, dass Spreinat auch ausführlich auf die Keimbelastung des Wassers eingeht, ein Parameter, der in der Aquaristik bisher eigentlich weitgehend vernachlässigt wurde.

Bei der Vielfalt der Malawisee-Cichliden (nach aktuellen Schätzungen gibt es über 700 Arten) fällt es einem oft schwer, einen Überblick zu bekommen und den richtigen Besatz zusammenzustellen. Spreinat gibt dazu einerseits grundlegende Tipps zur Vergesellschaftung, andererseits aber auch Besatzbeispiele. Über die Vergesellschaftung von zwei Aulonocara-Arten in einem kleinen Becken kann man sich sicherlich streiten, zumal auch der Autor weiter hinten im Buch dazu anregt, darauf zu achten, dasss keine Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten entstehen. In den beiden abschliessenden Kapiteln werden Zucht und häufig auftretende Krankheiten und deren Behandlung noch angesprochen. Besonders lobenswert dabei ist, dass Spreinat nicht einfach rezeptartig Tipps zur Haltung und Zucht dieser schönen Cichliden gibt, sondern mit Ausführungen über Ansprüche, Verhalten und Lebensräume der Fische das biologische Verständnis fördert.

Es ist nur Schade, dass auf die Angabe weiterführender Literatur verzichtet wurde, die es interessierten Lesern vereinfacht hätte, sich weiter ins Thema einzulesen. Dieses neue Buch über Malawisee-Buntbarsche ist aber auf jeden Fall nicht nur Anfängern sondern auch fortgeschrittenen Aquarianern uneingeschränkt zu empfehlen. Es bleibt nur, sich schon auf den längst angekündigten Atlas der Malawiseecichliden von Andreas Spreinat zu freuen, der noch dieses Jahr herauskommen soll.

(Dieser Artikel ist ursprünglich in der Aquaterra 3/04, dem Mitteilungsheft des SDAT erschienen)
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 30. November 2008 um 07:30 Uhr
 

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