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| Notfall im Aquarium |
| Onlinemagazin - Allgemeine Aquaristik | |
| Geschrieben von: Angel | |
| Samstag, den 29. November 2008 um 12:41 Uhr | |
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Massnahmen bei einem Notfall im Aquarium Von Angel mit hilfreichen Anmerkungen vom Team Die Fische sind der wichtigste Indikator für den „Gesundheitszustand“ des Aquariums. Veränderungen der Farben und vor allem des Verhaltens der Fische können auf Mängel und Probleme im Aquarium hinweisen und sind in jedem Fall ernst zu nehmen: Wichtige Anzeichen auf Probleme sind, wenn die Fische folgende Symptome zeigen: · Apathie · Fressunlust (siehe Punkt 1, 4 und 5) · Farbveränderungen über längere Zeit (vor allem Bleich- oder Dunkelfärbung) (siehe Punkt 1 und 4) · eine erhöhte Atemfrequenz oder hängen an der Wasseroberfläche (siehe Punkt 2, 3 und 4), bei erhöhter Atemfrequenz und aufgequollenem Bauch bei Buntbarschen (siehe vor allem 5). · plötzliche Schreckhaftigkeit oder sogar panisches Umherschiessen (siehe Punkt 1 und 3) · abnormales Schwimmverhalten (besonders torkelnde Schaukelbewegungen) (siehe Punkt 3 und 4) · Sterben aller Fische innerhalb kurzer Zeit oder aller Individuen einer bestimmten Art (oftmals ohne besondere Anzeichen von Unwohlsein der Fische) (siehe Punkt 3) Folgende Ursachen sind oft der Grund für die oben erwähnten Probleme. Jeder Punkt ist dabei genau zu überprüfen (besonders diejenigen, auf die bei den spezifischen Problemen verwiesen wurde) 1. Ungeeignete Wasserwerte für die betreffenden Fischarten (zu hartes oder zu weiches Wasser, zu hoher oder niedriger pH-Wert) Sofortmassnahmen: · Sich über Ansprüche der gehaltenen Fische informieren (sollte eigentlich schon vor dem Kauf geschehen sein) und den Fischbesatz oder die Wasserwerte entsprechend anpassen. 2. Sauerstoffmangel oder zu hohe Zugabe von CO2 Sofortmassnahmen: · Ist der Sauerstoffmangel durch zuwenig Oberflächenbewegung entstanden, so lässt sich dies beheben, indem man den Filterauslauf mehr zur Oberfläche richtet und somit mehr Oberflächenbewegung entsteht. · Wenn eine CO2 Anlage benützt wird, die CO2-Zugabe kontrollieren. 3. Belastetes Wasser: Vergiftungserscheinungen oder akute Vergiftung durch Ammoniak, Nitrit, CO2, Kupfer, Chlor oder sonstige Gifte von Dekorations-Gegenständen (tritt vor allem bei neu eingerichteten Aquarien auf; wenn viele neue Fische eingesetzt wurden; bei Filterausfällen, tote Fische; die nicht entfernt wurden oder zu starke Fütterung) Sofortmassnahmen: · Als allererstes Tröpfchentests NH3, NO2 und pH (Streifentests sind zu ungenau) anwenden, um die Konzentration dieser Stoffe im Wasser zu messen. · Wird Nitrit oder Ammonium/Ammoniak nachgewiesen, ist ein sofortiger Teilwasserwechsel von 80 % zu machen und so schnell wie möglich Mulm aus einem eingefahrenen Filter aus einem Aquaristik-Fachgeschäft oder von einem Bekannte mit Aquarium besorgen (das fördert den natürlichen Nitritabbau). · Ist kein Ammonium/Ammoniak oder Nitrit im Aquarium festzustellen, ist trotzdem ein Teilwasserwechsel von mindestens 50% zu machen. Wenn keine deutlichen Krankheitsanzeichen da sind, ist die Zugabe von einem Wasseraufbereitungsmittel wie Easy Life oder einem ähnlichen Produkt empfehlenswert, um Schwermetalle zu binden und/oder die Schleimhaut der Fische zu schützen. · Neugekaufte Gegenstände oder Pflanzen aus dem Becken entfernen, da diese möglicherweise Gifte abgeben. 4. Krankheitserscheinungen durch bakterielle Erkrankungen, Verpilzung, Parasitenbefall (graue oder weisse Stellen auf der Haut, weisse Pünktchen oder pilziger Belag, Fisch scheuert sich ständig am Boden oder Gegenständen) Sofortmassnahmen: · Wenn nur ein einzelner Fisch betroffen ist, diesen wenn möglich in ein Quarantäne-Becken setzen mit demselben Wasser aus dem Aquarium (Einrichtung: nur Filter, Heizung und gegebenenfalls eine Verstecksmöglichkeit). Sind mehrere Fische betroffen, wird man das ganze Becken beobachten und behandeln müssen. · Diagnose der Krankheit: Will man eine Krankheit erfolgreich behandeln, ist eine richtige Diagnose unerlässlich. Krankheiten erkennen ist zuweilen sehr schwierig bis unmöglich ohne ein Mikroskop. Ebenfalls sind sich einige Krankheiten vom Erscheinungsbild so ähnlich, dass eine falsche Diagnose ebenfalls den Tod des Fisches bedeuten kann durch falsche Medikamentenbehandlung. Zur Diagnose sind deshalb nach Möglichkeit Fachleute hinzuzuziehen (z. B NAFUS). Um einen ersten Eindruck der häufigsten Fischkrankheiten zu bekommen, gibt es einige Broschüren verschiedener Firmen (z. B. Sera: "Gesunde Zierfische - wie?"; Amtra: http://www.amtra.de/downloads/fischkrankheiten_D.pdf), sowie einige Seiten im Internet (siehe Links Aquarium.ch). Diese ersten Möglichkeiten zur Bestimmung von Fischkrankheiten sind aber mit Vorsicht zu geniessen, da ohne mikroskopische Untersuchung meist nicht gewährleistet ist, ob es nun wirklich diese Krankheit ist, die man im Verdacht hat. Oftmals werden auch nur ein Teil der Symptome in Erscheinung treten oder durch andere Einflüsse Symptome angezeigt die Fehlinterpretationen begünstigen. Zum Thema Fischkrankheiten gibt es übrigens einige sehr gute Literatur. Für Aquarianer zu empfehlen sind besonders die Bücher von Dieter Untergasser, die im Kosmos und BEDE-Verlag erschienen sind. Für Hilfe bei einer Diagnose, kann man auch hier im Forum die Symptome schildern (mit möglichst vielen Angaben wie pH, KH, NO2, NH3, Temperatur, CO2-Anlage in Betrieb, Fischbesatz, Beckengrösse, Einrichtung usw. und wenn möglich, auch ein Photo vom betroffenen Fisch anhängen). · Behandlung der Krankheit: Eine allfällige Behandlung muss sich immer auf eine sichere Diagnose abstützen. Die Behandlung erfolgt wie in den obigen Diagnosequellen beschrieben. Besonders zu beachten ist der Bericht von Rosana über alternativen Behandlungsmethoden (http://www.aquarium.ch/onlinemagazin/fische/alter_heilungsmeth/index.html). 5. Bei Cichliden treffen die beschriebenen Symptome oft bei einer unsachgemässen Fütterung auf. Sofortmassnahmen: · Fütterung bis auf weiteres einstellen und dann langsam und in geringen Mengen Trockenfutter reichen, das mit Preis Koli getränkt wurde. Gegebenenfalls kann Preis Koli gemäss der Packungsbeilage auch dem Wasser zugegeben werden. · Längerfristig muss man sich genau nach den Fütterungsansprüchen der Fische erkundigen und die Fütterung entsprechend anpassen. Tipps dazu sind im Forum viele vorhanden (Suchfunktion benützen). Abschliessend ist zu sagen, dass durch eine sachgemässe Pflege des Aquariums und durch Kenntnisse (und Einhaltung) der Bedürfnisse aller gepflegten Arten, sich Probleme weitgehend vermeiden lassen. Dabei sind vor allem folgende Punkte von zentraler Wichtigkeit: · Einhaltung von geeigneten Wasserwerten (von Fischart zu Fischart verschieden!!) · Vermeidung von belastetem Wasser: Regelmässige Teilwasserwechsel und Überprüfen des Filters und gegebenenfalls zugesetztes Filtermaterial leicht im Wechselwasser aus dem Aquarium durchdrücken · Vermeidung von andauerndem Stress durch ungeeignete Vergesellschaftung von Fischen oder ungeeignete Beckeneinrichtung · eine Ernährung, die den natürlichen Bedürfnissen der Fische angepasst ist Erkundigt euch deshalb immer vor dem Kauf von Fischen nach deren Bedürfnissen und klärt ab, ob diese sich mit den Fischen decken, die ihr bereits in eurem Aquarium habt!
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 20. Oktober 2009 um 14:05 Uhr |
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