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| Für einmal andere als ausgetretene Pfade, Teil 1 |
| Onlinemagazin - Allgemeine Aquaristik | |||
| Geschrieben von: Rosana | |||
| Samstag, den 29. November 2008 um 12:47 Uhr | |||
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Gedanken zur Aquaristik von Peter Schneider Aquarium Perle 4315 Zuzgen Bei einem solchen Titel stellt sich zuerst die Frage: Was sind denn ausgetretene Pfade? Ausgetretene Pfade sind nicht geteerte Wege in der (oder in die) Natur. Denn geteerte Wege können nicht ausgetreten werden, wohl aber Wege auf natürlichem Boden. Sie haben dann die Eigenschaft, dass sie immer breiter werden und dass sich auf ihrem Boden immer weniger vegetative Natur ausbreiten kann. Auch ist entlang ihrer Ränder nicht etwa die Natur, die sich ausbreitet, sondern eher die Zivilisation. So sind weisse und auch farbige Punkte an den Rändern ausgetretener Wege niemals Blumen, sondern immer Papier und Plastik von Verpackungen sog. zivilisatorischer Produkte. Überall hat es improvisierte Feuerstellen voll Asche, umgeben von geschwärzten Steinen, die uns zeigen, wie viele da schon ihr eigenes Süppchen gekocht haben. Ganz anders wenig begangene Wege! Sie sind nicht in aller Leute Munde und werden daher nur selten begangen, sind deshalb aber voller Überraschungen und voller Schönheiten. Und beides: Schönheiten und Überraschungen sind aus der Natur - und nicht aus der Zivilisation. Dort blühen manchmal mitten auf dem Wege die seltensten Pflanzen, die bei ausgetretenen Pfaden nicht einmal an ihren Rändern aufkommen können. Wollen wir einmal auf dem Gebiet der Aquaristik einen Vergleich zwischen diesen beiden verschieden gestalteten Pfaden anstellen. Begehen wir dabei zuerst einmal die verschiedenen Pfade zur Erkenntnis der Wirkungen verschiedener Lichtarten. Entlang des einen, des ausgetretenen, zieht sich vor allem die Theorie aus einem Versuch von 1882, in welchem ein gewisser Engelmann anhand der Sauerstoffproduktion erkennen wollte, welche spektralen Segmente des Tageslichtes die Fotosynthese, und damit das Wachstum der Pflanzen am meisten fördern. Dazu belichtete er einen Grünalgenfaden (Oedogonium) mit normalem, durch ein Lichtmikroskop spektral aufgefächertem Tageslicht. Dem Wasser beigefügte, Sauerstoff liebende Bakterien sollten ihm durch ihre Konzentration in den verschiedenen Lichtsegmenten anzeigen, in welchen am meisten Sauerstoff produziert werde. Das geschah vorzüglich in den Zonen roten und blauen Lichtes. Also - so schloss man daraus - brauchen Pflanzen vor allem blaues und rotes Licht zu ihrem Wachstum (denn eben beim Wachstum produzieren sie aus Kohlendioxyd durch seine Spaltung Sauerstoff indem sie den Kohlenstoffteil zum Aufbau ihres Pflanzenkörpers brauchen). Diesen inzwischen völlig ausgetretenen, mühseligen Weg haben mittlerweile schon Abertausende - ihn gewissermassen nachbetend - begangen oder zu gehen versucht, und entlang seiner Ränder befinden sich unzählige Feuerstellen, auf welchen so mancher sein eigenes Süppchen (in der Theorie, aber vor allem auch mit Geschäftspraktiken) gekocht hat, und liegen ferner so viele halb ausgebrannte Fluoreszenzröhren, deren Lichtspektrum exakt für den Pflanzenwuchs zusammengestellt wurde, sodass es echt mühsam wird darauf auch wirklich vorwärts zu kommen. Denn, wenn wir auch einmal voraussetzen wollen, dass die Versuche Engelmanns korrekt vorgenommen und auch richtig interpretiert worden sind, so berücksichtigen sie immerhin noch absolut nicht, dass derselbe Algenfaden, der bei Rot- und Blaulicht mehr Sauerstoff abgibt, weite Strecken auch mit Grün- und Gelblicht beschienen wurde, was war in jenen Abschnitten alles vorgegangen, das vielleicht die nachherige Sauerstoff-produktion mit Hilfe des Chlorophylls an den rot und blau beschienenen Stellen erst ermöglicht hat. Noch weniger berücksichtigen sie den Umstand, dass alle Pflanzen von Natur aus an ihren Endpunkten (Spitzen) die grösste Wachstumstätigkeit entfalten und Rot und Blau in der spektralen Zerlegung des Lichtes ebenfalls die jeweiligen Endpunkte der Farbskala bilden. Es müsste also zuerst nachgewiesen werden, dass ein solcher Faden bei unzerlegtem weissem Licht an seinen Endpunkten nicht stärker wächst und darum auch nicht mehr Sauerstoff produziert als in den mittleren Abschnitten. Und sie berücksichtigen gar nicht, dass damit noch lange nicht bewiesen ist, dass alle Pflanzen vor allem nur mit demselben spektralen Lichtanteil am besten assimilieren können. Aber schon die Interpretation war nicht umsichtig genug. Zuerst wäre nämlich nachzuweisen, dass die beim Versuch verwendeten Bakterien sich tatsächlich vor allem des höheren Sauerstoffgehaltes des Wassers wegen im blau und rot belichteten Teil des Wassers aufhielten. Vielleicht bevorzugen und brauchen ja gerade sie selber diese Lichtfarben. Denn auch Bakterien können auf den Lichtreiz reagieren. Wie gering die Aussagekraft und Aussagerichtung eines auch noch so gut nachgewiesenen Faktums sind und wie weiträumig dementsprechend die Interpretationsmöglichkeiten sind, soll an drei Beispielen gezeigt werden: 1. Wenn wir Versuche machen würden, bei welcher Stoffzufuhr in der Nahrungsaufnahme der Mensch - aber auch das Tier - am längsten überleben kann, so wäre beispielsweise das Wasser an erster Stelle. Aber daraus zu schliessen, dass der Mensch mit Wasser alleine überleben könnte, wäre augenfällig falsch - und zwar auch dann, wenn wir das Wasser mit Kohlensäure und Nitrat, zwei unerlässlichen Komponenten zur Eiweissproduktion, ebenso anreichern würden wie mit weitern Spurenelementen. 2. In einem erst in neuerer Zeit erfolgten Laborversuch zeigte sich zwar, dass gereinigte Chlorophyllauszüge besonders den Rot- und Blauanteil des Lichtspektrums absorbieren; sodass die Annahme nahe liegt, dass sie speziell diese Lichtanteile auch brauchen. Aber anderseits absorbiert die schwarze Farbe am meisten Licht und vor allem auch das ganze Spektrum mitsamt der Wärmestrahlung. Also müsste man dieser Erkenntnis zufolge auch annehmen, dass speziell in licht- und wärmearmen nördlichen Gegenden die schwarze Hautfarbe unter den Menschen verbreitet sein müsste. Indessen gibt es sie aber nur gerade in den heissesten und lichtreichsten äquatornahen Gegenden, wo ohnehin ein Überfluss an Wärme und Licht besteht! Also lassen solche Feststellungen von Fakten und Eigenschaften überhaupt keinen Schluss auf Notwendigkeiten und Voraussetzungen zu. 3. In Wäldern gibt es - bewirkt durch das Blätterdach - vor allem grünes Licht mit nur wenig Rot- und Blauanteil. Aber ausgerechnet jene Wasserpflanzen die in Wäldern wachsen (viele Cryptocoryne-Arten) ertragen rot- und blaulastiges Licht besser als Pflanzen, die in offenen Gewässern stehen, wo von Natur aus mehr Blau- und Rotanteil im Tageslicht enthalten ist. Anderseits ertragen die in offenen Fluren vorkommenden wuchskräftigsten Aquariumpflanzen, die Echinodorus-arten, ein nur einseitig aus Rot und Blau zusammengesetztes Kunstlicht am schlechtesten, wie wir später noch sehen werden. Wir sehen: der ausgetretene Pfad hat uns nicht nur sehr viel un-brauchbaren Abfall beschert, sondern er ist auch kreisförmig angelegt, sodass man auf ihm immer wieder auf den Ausgangspunkt (den Engelmannschen Versuch) zurückkommen muss, ohne jedoch beim Begehen Neues oder auch nur für die Praxis Nützliches gefunden zu haben. Das ganze Wegtrasse beruht auf Versuchen, nicht auf der Praxis. Und Versuche haben es in sich. Denn Versuche sind Bestrebungen, auf eine Frage eine Antwort zu erhalten. Wenn aber recht ungeschickt gefragt wird, so kann auch keine richtige Antwort darauf gegeben werden. Dafür ein Beispiel: Wenn wir bei einem Schornstein den Rauch aufsteigen sehen, so können wir allenfalls einem fragenden Kleinkinde der Einfachheit halber erzählen, dass damit das Haus geheizt wird. Jeder klar Denkende und in die Sachlage Eingeweihte jedoch erkennt sofort, dass gerade eben mit solchen warmen Abgasen aus dem Schornstein oder Kamin nicht nur nicht geheizt wird, sondern dass - im Gegenteil - durch sie Energie für das Haus verloren geht. Die Verbrennung alleine heizt wirklich, und es liegt in der Natur der Sache, dass die beim Heizvorgang neu erzeugten Stoffe (viel Rauch und etwas Russ und Asche) noch von dieser Hitze in sich tragen und speziell der Rauch bei seiner Verflüchtigung seinen mitgeführten Anteil der Wärme auf seinem Wege abgibt und damit dem Haus oder dem Heizsystem entführt. Folglich ist der Kamin nicht der Ort der Wärmeerzeugung - wie es oberflächlich betrachtet aussehen mag -, sondern der Ort des Wärmeverlustes, trotz der gut spürbaren Wärmewirkung in seiner Nähe. Aber auch wenn wir uns in dieser Sache als wissbegierige Aussenstehende und bloss mit messwissenschaftlichen Versuchen Arbeitende (des Beispiels halber ohne all die selbstverständlichen Kenntnisse über die Funktionsweise einer Gebäudeheizung) fragen würden, wo in einem Hause Wärme erzeugt wird, und wir dabei nur die äusseren Gegebenheiten berücksichtigen können, weil es uns verwehrt ist, in das Haus einzudringen, so müssen wir zum Schluss kommen: "Es wird zuoberst am Kamin geheizt". Ja sogar eine moderne Infrarotaufnahme würde das belegen, dass am Ende des Kamins der wärmste Punkt eines Hauses ist, während doch in Wirklichkeit überhaupt nicht einmal im Kamin geheizt wird, sondern nur in seiner Nähe, im Ofen, und der steht zumeist zuunterst im Keller. Diese Tatsache bleibt auch dann bestehen, wenn um einen Kamin herum Wärme liebende Tiere schleichen würden - wie sich um den Algenfaden im Engelmannschen Versuch Sauerstoff liebende Bakterien bei Rot- und Blaulicht sammelten. Also Versagen in diesem Falle alle messbaren Daten, weil sie sich nicht richtig interpretieren lassen, ebenso wie die oberflächliche Feststellung, dass Wärme liebende Tiere diesen Ort aufsuchen. So wirklichkeitsfremd kann also der voreilige Schluss auf die recht ungeschickt gestellte Frage nach dem "Wo" der Wärmeerzeugung in einem Hause aussehen. Begehen wir darum also einmal einen andern Weg, der viel weniger ausgetreten ist, und auf welchem noch so manche Blume der Erkenntnis blühen kann, weil sie nicht von all der Theorie zu Boden getrampelt wurde. In meiner Wasserpflanzenzuchtanlage brennen über l50 Fluoreszenzröhren von 1,2 m Länge mit kaltweissem Licht. Unter allen zog ich schon mehrere Jahre mit grossem Erfolg alle Arten von Aquariumpflanzen. Weil aber die Nachfrage nach meinen submers gezogenen Wasserpflanzen grösser wurde als der Zuwachs in meiner Anlage, suchte ich - mangels vorhandenen Platzes - nach Möglichkeiten, die Wachstumsgeschwindigkeit zu steigern. Darum versuchte ich es - gegen meine innere, gefühlsmässige Überzeugung - dennoch einmal mit den so lange schon so hoch gepriesenen Fluoreszenzröhren mit dem so genannt Pflanzenwuchs fördernden, rötlich-violetten Licht. (Das war vor ca. 35 Jahren, und es waren 6 oder 8 Stück.) Jene, die über Echinodoruskulturen brannten, musste ich bereits nach eineinhalb Monaten wechseln, weil die Pflanzen stark chlorotische Blätter entwickelten. Die letzten entfernte ich nach 4 bis 6 Monaten. Ich wartete dabei nur darum eine so lange Zeit, um sicher zu gehen, dass nicht andere widrige Umstände für ein derart miserables Resultat eine Schuld tragen könnten. Seit meiner 40-jährigen geschäftlichen Tätigkeit als Pflanzenzüchter hatte ich noch gar nie bei allen meinen andern Versuchen ein derart schlechtes und negatives Resultat erzielt. Ich kenne auch keinen unter meinen unzähligen Privatkunden, die jeweils am Samstagnachmittag bei mir einkaufen (durch die Woche haben wir nur Engros-Verkauf), der unter Ausschluss von Tageslicht oder Mischlicht durch andere Röhrentypen mit Röhren dieses überbetonten Rot- und Blauanteils des vollen Spektrums Erfolg gehabt hätten. Hingegen fand ich bei einem inzwischen schon lange nicht mehr existierenden Konkurrenzbetrieb ein unerhörtes Beispiel für die Aussagekraft der Praxis gegenüber den ausgetretenen Pfaden der Theorie: Dieser hatte nämlich Aquarien verschiedener Längen in langen Gestellreihen nebeneinander gestellt und beleuchtete diese alle mit 1,2 m langen Fluoreszenzröhren - ebenfalls Stück an Stück gereiht -, sodass also die Röhrenenden nicht mit den seitlichen Aquarienenden übereinstimmten. Und dabei traf es sich, dass sich über einem 1 m langen Aquarium eine kaltweiss brennende Röhre und eine rötlich-violett brennende Röhre begegneten, sodass das Aquarium ca. zu zwei Dritteln seiner Länge mit kaltweissem Licht belichtet wurde und zu einem Drittel mit rot-blauem Licht. Das Becken war mit Hygrophila difformis bepflanzt und reichlich mit Platys besetzt. Der Besitzer selber machte mich darauf aufmerksam, wie hier in demselben Becken mit demselben Bodengrund und demselben Wasser, denselben Fischen und derselben Filterung die Pflanzen so unter-schiedlich gut wachsen, dass über die Hälfte der Pflanzen schön grün seien und der Rest chlorotisch. Dabei habe er schon zweimal Eisen beigegeben, und zwar exakt auf jener Seite, auf welcher die Pflanzen chlorotisch seien. Es habe aber nicht viel genutzt - und wenn schon, dann seien höchstens die grünen noch etwas grüner geworden, aber die gelblichen nicht weniger gelb. Ich bestätigte ihm nur, dass es in der Natur eben noch gar viele Dinge gäbe, die uns Menschen immer noch verborgen seien, und hoffte dabei, dass meine Frau, die neben mir stand, nicht auf den Gedanken käme, ihm von unseren Versuchen Erwähnung zu tun, denn immerhin - -, er war trotz allzeit freundlichen Umganges mein Konkurrent, obwohl sein Hauptgebiet die Fischzucht war und die Pflanzen nur ein Nebenerwerb. Ist das nicht eine erfrischende Erlebnisblüte auf dem naturnahen Weg der Praxis: zu sehen, wie blind Menschen werden können, die eher glauben, als selber prüfen. Denn auch der Glaube an die Wissenschaft und ihre Resultate bleibt blosser Glaube, solange nicht eigene Praxis ihn bestätigen kann! Denn von Wasserwerten, Eisendüngung und Bodengrund kannte er viel; vielleicht auch vom Licht. Aber alles das nur durch die andern, an die er offenbar glaubte. Aus eigener Praxis kannte er nur die Unbegreiflichkeiten. Ein anderes Mal stand ich vor dem Aquarium eines meiner stillen Gönner. Er hatte eine schwarze Amazonas in seinem Becken stehen, die ihrem Namen alle Ehre machte: sie war schwarz-grün wie ein gesunder Tannenwald, nur hatte sie den Makel von drei ganz hellgelb-grünen Herzblättern. Natürlich sah ich sofort das rötlich-violette Licht einer so genannten Pflanzenwachstum fördernden Röhre über dem Aquarium. Nur war mir nicht klar, wie die Pflanze dabei so viele wirklich reizend schöne tannengrüne Blätter treiben konnte. Ich vermutete deshalb eher eine Vergiftung durch den Einsatz chemischer Mittel, welche ebenfalls chlorotische Blätter hervorbringen kann, - denn schliesslich hatte dieses Aquarium, im Unterschied zu jenem meines Konkurrenten, einen kleinen Rest Tageslicht, was die Ausschliesslichkeit der blossen Rot-Blau-Bestrahlung etwas mildern kann. Ich fragte ihn deshalb, was er denn getan habe, dass diese schwarze Amazonas (Echinod. parviflorus) so helle, chlorotische Blätter treibe; und er antwortete mir, dass er eben gesonnen war, mich als Fachmann darüber zu befragen. Und ich gab ihm dann zur Antwort, dass ich es ihm wohl sagen könnte, wenn nicht gerade bloss nur drei Blätter gelb wären, sondern alle. "Ja, was wäre es dann?" fragte er verblüfft zurück, und ich antwortete ihm: "Dann wäre es dieses sterbenselende Dämmerlicht, das nichts taugt, obwohl es von allen empfohlen wird!" – "Ja dann ist es dieses Licht!" rief er mit Überzeugung aus. "Denn ich wechselte die Röhre vor ziemlich genau einem Monat - und vorher hatte ich eine weisse drin." Er wechselte die Röhre daraufhin erneut und erhielt in der Folge auch wieder schön dunkel geäderte Blätter. Die meisten andern Pflanzen jenes Aquariums gehörten zu den Cryptocorynen, die weniger empfindlich auf diese rot-blaue Strahlung reagieren als schnell wachsende Arten wie Echinodoren und Hygrophila. Wieder ein naturnaher Pfad, nicht breitgetreten von Theorie und unzähligen, oft falsch angeordneten Versuchen! Einmal hatte ich in einem Aquarium mit einer Echinod. "Indian Red"-Mutterpflanze eine hartnäckige Wassertrübung, sodass ich einen UV-Wasserklärer einsetzte, dessen äussere Ummantelung aus durchsichtigem Glas bestand, sodass das violette stark leuchtende und fast blendende Licht gut gesehen werden konnte. Schon das nächste Blatt dieser "Indian Red" nach Einschalten der UV-Lampe wurde deutlich grösser, auch verhältnismässig breiter und war äusserst robust, leicht durchscheinend, wie sonst eher Blätter von Pflanzen aussehen, die mit CO2 getrieben wurden. Nach fünfwöchiger Brenndauer hatte die Pflanze bereits 6 Blätter, die alle um die Hälfte bis fast das Doppelte grösser waren als alle vorherigen. Weil auch eine Echinod. horizontalis, die in der Nähe stand, schneller wuchs und etwas grösser wurde, begann ich die Möglichkeit dennoch in Betracht zu ziehen, dass Licht im violetten Bereich einen wesentlichen Einfluss auf Wachstum und Blattgestaltung haben könnte. – Ich bin ja nicht stur, nur schwergläubig. In dieser Ansicht wurde ich noch durch den Umstand bestärkt, dass nach Abschalten dieser UV-Lampe die folgenden Blätter beider Pflanzen wieder nur normale Grösse erreichten. Während alle andern Pflanzen desselben Aquariums ohnehin ihre Wuchseigenheiten nie geändert hatten - aber auch alle weiter weg von der violetten Lichtausstrahlung der UV-Lampe standen. Im Hinblick darauf, dass ich diese einmalige Erscheinung falsch interpretieren könnte, hatte ich das Glück, dass ich mit der Trübung Pech hatte. Denn diese Trübung kam nach einiger Zeit immer wieder auf, sodass ich insgesamt noch 4-mal dieselbe UV-Lampe - immer am selben Ort montiert - verwenden musste. Dabei freute ich mich schon auf die grossen Blätter. Aber nicht ein einziges Mal mehr haben sich Wuchsgeschwindigkeit und -grösse dieser beiden Pflanzen verändert. Dass dieses Licht das erste Mal Grund zu solcher Veränderung war, steht ausser Zweifel. Aber es war weder die eigentliche noch die direkte Ursache, denn sonst hätte es mindestens noch ein- oder zweimal geschehen müssen. Hätte ich das erste Erlebnis in einer Zeitschrift beschrieben gehabt, so wäre die Literatur um einen "Beweis" für die Wirksamkeit rot-blauen Lichtes reicher geworden, aber dafür die ganze, das heisst: vollständige Wahrheit um einen Fall ärmer!! Ein ähnliches Erlebnis, aber auf einem andern Gebiet der Aquaristik, will ich später an entsprechender Stelle - zur Verdeutlichung dieser möglichen ungewollten Irreführung - ebenfalls erwähnen. Zuguterletzt muss ich aber doch noch erwähnen, mit welcher Fluoreszenzröhre wir alle unsere Pflanzen belichten. Es geschieht - seit es diese gibt - mit den so genannten Dreibandenröhren, in unserm Fall mit dem Typ TLD 840 von Philips (kaltweiss). Diese Art von Fluoreszenzröhre hat ihren Namen vom Umstand her, dass sie nur in drei ganz kleinen Segmenten des vollen Lichtspektrums strahlt und damit natürlich den überwiegenden Teil des vollen Spektrums nicht abdeckt. Diese Röhrentypen haben aber eine überaus hohe Lichtausbeute. Der Erfolg ist trotz dieser minimalen Ausnützung des vollen Spektrums sehr gut. Dabei lassen wir alle Röhren bis zum letzten Funken Licht brennen (im Durchschnitt sind das 2 bis 3 Jahre bei 14 Stunden täglicher Beleuchtungsdauer). Nach dem Einsatz einer neuen Röhre können wir jeweils keine Wachstumssteigerung feststellen. Wir verwenden bei Aquarienquerschnitten von 50 x 32 cm (Breite x Höhe) bis 45 x 45 cm jeweils nur eine einzige Röhre in der vollen Länge des Aquariums. Die Aquarien sind alle 1,3 m lang. Ab einem Querschnitt von 5o x 5o cm würden wir 2 Röhren empfehlen. (Auch der Röhrentyp Philips TLD 830 mit einem warmweissen Licht ist für das Pflanzenwachstum sehr gut geeignet. Der Grund, weshalb er bei und keine Verwendung findet, besteht im Umstand, dass bei diesem Licht das Wasser leicht gelblich erscheint, sodass wir den Sättigungsgrad des Wassers mit Huminsäure, die sich im Aquarium durch zerfallende Pflanzenteile immer bildet, visuell nicht mehr erkennen können.) Solche Dreibandenröhren mit ihrer hohen Lichtausbeute vor ihrer Funktionsuntüchtigkeit auszuwechseln, kommt einer Vergeudung und Umweltverschmutzung gleich und nützt den Pflanzen nichts, es erhöht nur die Umsätze und damit das Bruttosozialprodukt, auf welches viele so stolz sind, weil sie es als Leistung ansehen, möglichst viel zu erwirtschaften, gleichgültig, ob sinnvoll oder sinnlos. Alles das gehört zum Zivilisationsschutt ausgetretener Pfade. So viel zum wichtigen Gebiet der Beleuchtung! Aber auch durch den übrigen grossen Wald all der vielen Probleme in der Aquaristik führt dieser wenig ausgetretene Weg der Praxis in derselben frischen Natürlichkeit durch alle Fragenkomplexe hindurch, wie zum Beispiel jenem der Düngung und des Nitratüberschusses, was wir bald erkennen werden, wenn wir ihn weiter verfolgen: Da ich selber kein eigentliches Aquariumgeschäft habe, sondern nur eine Aquariumpflanzenzucht für den Engros-Verkauf, welche allerdings mit Fischen zusammen betrieben wird, kann ich meine Anlage jeweils nur an Samstagnachmittagen für den Detailverkauf öffnen. Da geschieht es dann aber oft, dass private Kunden erstmals zu mir kommen, die bereits irgendwo ein Aquarium gekauft haben, das aber nicht so recht funktionieren will. Sie haben meistens von Bekannten vernommen dass es hier eine Anlaufstelle gäbe, wo man endlich einmal eingehend und richtig beraten würde. Und da wiederholt sich dann zu Beginn oft ein und dasselbe Frage-und-Antwort-Spiel, das ich hier im Grundsätzlichen wiedergebe. Der neue Kunde gibt mir bekannt, dass er vor nicht allzu langer Zeit ein Aquarium gekauft habe, das aber nicht so recht funktioniere. Der Nitratgehalt sei immer zu hoch (manche haben auch schon mit Schmieralgen Bekanntschaft gemacht). Meine erste Frage darauf: "Wachsen Ihnen denn die Pflanzen?" – "Eben nicht!" kommt dann die Antwort und ich erwidere: "Ja, wenn die Pflanzen nicht wachsen, so kann überhaupt nichts recht gedeihen. Da hat es keinen Wert, den Nitratgehalt zu messen, denn der ist dann immer zu hoch - weil ihn ja eben die Pflanzen nicht brauchen können, solange sie nicht wachsen. Wir müssen darum zuerst einmal zusammen eruieren, weshalb die Pflanzen nicht gedeihen wollen. Haben Sie viele Pflanzen im Aquarium?" Die Antwort fällt verschieden aus. Viele haben nur wenige, andere genügend. Bei zu kleinem Pflanzenbestand bleibt ein Ausbalancieren aller Faktoren, die das Milieu in einem Aquarium beeinflussen, etwas vom Schwierigsten. Denn je mehr verschiedene Faktoren wirken können, desto eher besteht die Möglichkeit, dass sich die einzelnen Komponenten des Ganzen irgendwie auf natürliche Weise von selbst ergänzen können. Ich merke in einem solchen Falle diese Gegebenheiten oder diese Tatsache zwar wohl an, aber manche geben ihr Geld eben viel lieber für eine - in ihren Augen - effizientere Technik aus als für ein paar weitere - in ihren Augen - unnütze Pflanzenstauden. Solche haben zumeist auch keine Empfindung für die Kargheit und Leere ihres Aquariums, das doch eigentlich ihre Wohnung zieren und bereichern sollte. Darum muss ich in solchen Fällen wenigstens ebenso weiter fragen wie in jenen Fällen, da genügend Pflanzen vorhanden sind. Denn im Prinzip müssen ja auch nur wenige Pflanzenexemplare wachsen, nur wird ihre Entwicklung viel leichter durch sich ergebende Unausgewogenheiten innerer Abläufe gestört. Also frage ich weiter; "Wie gross ist das Aquarium? Ich muss die Länge, die Tiefe und die Höhe wissen". Nächste Frage: "Wie viele Röhren sind darauf? Was geben sie für ein Licht ab: rötlich-violettes, gelbliches, bläuliches oder rein weisses - und wie lange ist es eingeschaltet?" Viele haben zu wenig oder zu kurze Röhren und dabei erst noch jene Pflanzenleuchten, die weniger Lichtausbeute haben, aber dafür gerade noch ein Spektrum, das Gelbsucht (Chlorose) bewirkt. Viele lassen das Licht auch zu wenig lange brennen (weniger als 12 Stunden). Da muss ich dann umständlich alles erklären, was wir im vorher beschriebenen Problemwald "Licht" alles so erleben konnten, und ich muss den Kunden extra noch darauf hinweisen, dass ich als vernünftiger Geschäftsmann doch sicher jene Röhrentypen verwende, welche mir die grösstmöglichsten Wachstumsraten bringen. – "Ja, ich wurde eben anders beraten", ist da oft die Antwort. Man sieht hier im Stillen schon wieder den ausgetretenen Pfad entlang welchem sich so mancher Produzent und auch so mancher Detailist sein Süppchen gekocht hat. Nach der Klarstellung der Verhältnisse auf diesem Gebiet geht die Fragerei weiter: "Was haben Sie für einen Bodengrund?" Viele haben Dünger, die meisten zu grobkörnigen Kies. Jenen, die Dünger verwenden, rate ich, den Bodengrund jetzt schon, gleich zu Beginn, zu wechseln, anstatt mühsam zu versuchen, das Aquarium mit diesem Kultur- und. Geschäftemacherabfall zusammen in ein Gleichgewicht zu bringen. Denn die Vorratsdünger fliessen nicht immer in der vom Hersteller vorgesehenen gleichmässigen Weise! Da hängt vieles von den örtlichen Entwicklungen und Gegebenheiten ab. Und früher oder später kommt es zum Kollaps. Will das der Kunde nicht, so belasse ich ihn bei seinem Vorhaben, mache ihn darauf aufmerksam, dass er bei genügenden Lichtverhältnissen sowie möglichst vielen Pflanzen und öfterem Wasserwechsel sein Aquarium ca. ein bis maximal zwei oder drei Jahre betreiben könne. Wenn es aber dann endgültig nicht mehr gehe, so wäre dann die richtige Zeit, den ganzen Bodengrund zu wechseln und eine bessere Körnung ohne Zusätze zu verwenden. Denn seine Fische gäben genügend Dünger. (Zu einem solch späteren Zeitpunkt ist dann normalerweise das Vertrauen des Kunden so gross geworden, dass er ohne weiteres Bedenken - entgegen den Angaben in der Literatur, welche zumeist von den Produzenten herausgegeben wird - meine Ratschläge befolgt.) Hat der Kunde aber gar noch eine Bodenheizung, so ist es absolut gewiss, dass er sein Becken nach nur wenigen Jahren neu einrichten muss. Denn Bodenheizungen beschleunigen alle chemischen Vorgänge, und eben diese Beschleunigung ist es, die Krisen geradezu, vorprogrammiert. Dass beschleunigte Vorgänge ganz im Allgemeinen vermehrt kritische Phasen hervorrufen, sehen wir überall, nicht nur im Strassenverkehr, sondern auch in der Wirtschaft: Je schneller sich Trends entwickeln, desto schneller kommt es zu Engpässen einerseits und zur Verkümmerung unberücksichtigt gebliebener Wirtschaftszweige andererseits. Je schneller die Börsengewinne steigen, desto schneller und sicherer der Crash. Übliche, eher grobkörnige Aquariumböden neigen ohnehin dazu, immer mehr zu verstopfen, sodass frisches Wasser und Sauerstoff knapp werden. Bei Wärme kommt es dann (aus diesem oder jenem Grunde) schnell zum Zusammenbruch bisher funktionierender bakterieller Systeme. Jene, die den Bodengrund sogleich wechseln, fahren natürlich am besten, aber sie lernen die ausgetretenen Pfade und deren Unsinn nicht im Detail kennen. Die andern sind am Ende in allem versierter und begreifen die Grundsätze eines einfachen, natürlichen Weges besser, weil sie die vielen Überflüssigkeiten und die vielen kritischen künstlichen Eingriffe aus eigener Erfahrung kennen lernten. Diese werden später kaum mehr schwach, wenn sie wieder von "neuen Methoden" lesen. Die sofort "Gläubigen" halten sich zwar gerne und dankbar an diesen Weg, können dann aber viel weniger verstehen und beurteilen, ob eine neue oder andere Methode dem Sinn und Zweck dieses einfachen Weges entspricht. Manche meiner Kunden wollen aber meine ihnen erteilten Ratschläge noch besser begründet haben, ehe sie sich glaubend auf diesen Weg begeben. Diesen gebe ich zuerst einmal zu bedenken, dass sie auch alle andern Wege vorerst bloss glaubend unter die Füsse nehmen müssen. "Aber", so argumentiere ich dann weiter, "wenn Sie ja schon - wie jeder Anfänger in irgend einer Sache - bloss auf guten Glauben hin einen Weg beschreiten müssen, so würde ich an Ihrer Stelle zuerst einmal prüfen, was für einen persönlichen Vorteil allenfalls der "Prediger" eines Glaubens haben kann. Finden Sie, dass er durch Ihren Glauben gewinnt, das heisst: ein Geschäft machen kann, dann wäre ich vorsichtiger als wenn Sie einsehen, dass er damit gar kein Geschäft machen kann. Kann er kein Geschäft machen, so könnte er allenfalls noch ein Fantast sein. In unserem Fall allerdings spricht die gut funktionierende Anlage und die Qualität der Erzeugnisse sowie die Geschäftsdauer von immerhin 40 Jahren gegen den Fantasten." Die anderen "Prediger" - und das schreibe ich nun wieder im Fortgang unserer Betrachtungen über die verschiedenen Pfade - auf den ausgetretenen Pfaden haben zwar schon allerlei wissenschaftlich erarbeitete Diagramme, Kurven und chemische Formeln als glaubhafte Beweise. Ob sie aber in der Praxis überhaupt relevant sind, ist eine ganz andere Frage. Wenn beispielsweise einer beweist, dass l00 Menschen in einer Woche so und so viel Brot zu ihrer Ernährung benötigen, so mag diese Aussage im Prinzip zwar völlig richtig sein. Wenn die es angehenden Menschen jedoch statt Brot eine andere Nahrung bevorzugen oder in ihrem Wohngebiet nur eine andere Nahrung vorhanden ist, erkenne ich, dass diese - wenn auch wissenschaftlich erarbeitete - Aussage an diesem Ort völlig belanglos wird. Das aber erkenne ich auch: wenn einer immer wieder trotzdem seine Aussage wiederholt, so will er doch offenbar nur sein altes Brot los werden, und dabei greift er dann zu den Regeln der Werbung, die darauf ausgelegt sind, Bedürfnisse zu schaffen. - Zum Beispiel, das Bedürfnis, eine völlig intakte Fluoreszenzröhre nach bloss einem Fünftel ihrer Lebensdauer fortzuwerfen, oder das Bedürfnis, mittels künstlichem Dünger jenes Nitrat in sein Aquarium zu bringen, das er nachher kontinuierlich mit teuren Messstreifen nachkontrollieren kann, bis er, ob der stets zu hohen Konzentration, auch noch das - durch gekonnte Werbung injizierte - Bedürfnis empfindet, einen gewaltig grossen und noch gewaltiger teuren Filter und sein noch teureres Filtermaterial zu besorgen, das den Nitratgehalt wieder senken kann. Bleibt dann noch immer die stete Kontrolle mit stets neuen Kontrollstreifen, gelegentlich eine Nachdüngung, weil jetzt plötzlich der Stickstoff oder das Nitrat fehlt; und dann wieder eine Filterreinigung, damit auch das neu anfallende Nitrat von der letzten Düngung her wieder abgebaut werden kann. Diese ganze lange Kette ist einzig durch die Schaffung eines Bedürfnisses nach nur einem Glied dieser Kette zustande gekommen. Es wurde zwar biochemisch nachgewiesen, dass gewisse Bakterien den Abbau von Nitrat bewirken können bis zu gasförmigem Stickstoff. Aber damit ist doch noch lange nicht die Notwendigkeit erwiesen, dass sie das tun müssen. Eigentlich ist doch das Nitrat die Nahrung der Pflanzen! Warum sollen es dann die Bakterien fressen? (resp. bis zu gasförmigem Stickstoff reduzieren)? Damit ist doch plastisch vor Augen geführt, wie viel Abfall bereits bisher schon an und auf dem ausgetretenen Pfad der Aquaristik gelagert ist. Es kommt aber noch viel Weiteres dazu, wie zum Beispiel Kohlensäure, sog. Wasseraufbereitungsmittel, PH-Tests und Härtetests etc etc.. . Zur Kohlensäure ist generell zu bemerken, dass wir ja ohnehin das Problem haben, dass sie sich - vorab durch den Strassenverkehr und die thermischen Kraftwerke - in der Erdatmosphäre stets mehr anreichert und damit das Klimagleichgewicht zu stören droht. Ich weiss: so geringe Mengen machen da den Braten nicht fett. Aber genau das gleiche Argument bringt der PW-Fahrer über seinen CO2-Ausstoss gegenüber jenem von Lastwagen; und der Stand-by-Benützer sowie der Benutzer von Infrarot-Lichtschaltern und jener mit dem Zufallschalter für Licht und Radio zwecks Fernhaltung von Einbrechern während der Ferien-abwesenheit. Alle verteidigen so ihre Abfälle aus ihren gesteigerten Bedürfnissen mit dem Argument ihres verschwindend kleinen Anteils ihrer Schuld, gemessen am grossen Bedürfnis der Industrie, die aber ihrerseits vorgibt, nur die Bedürfnisse der Verbraucher (all der vorher aufgezählten Dinge) abzudecken. Dabei ist der jährliche Stromverbrauch durch Stand-by-Geräte alleine in der Schweiz so gross wie der gesamte Stromverbrauch einer Stadt von 80'000 Einwohnern. Warum auch messen wir Menschen unser Glück immer nur an materiellen Gütern und den eigenen Wert allenfalls noch an der sog. Intelligenz, die so leicht vorzutäuschen ist?! Ein jeder Aquarianer beweist doch vor dem andern seine ganze Intelligenz immer nur durch das ansehnliche Arsenal seiner Bücher und Hilfsmittel. Dabei ist doch wirklich vor allem nur jener intelligent, der mit möglichst wenig Hilfsmitteln und kleinstem Aufwand eine beachtliche Leistung vollbringt. Ich muss zwar zugeben, dass etwa ein bis drei Prozent aller meiner Kunden vorgeben, seit der Benützung von Kohlensäure bessere Erfolge zu haben, was bei Düngern, Bodenheizungen und Filtern nie der Fall ist - immer über Jahre hinweg gesehen! Und ich weiss ehrlich gesagt den Grund des Erfolges bei diesem kleinen Prozentsatz nicht, weil sie sonst nach meiner Methode arbeiten und ich selber bei mehreren Versuchen mit CO2 noch nie auch nur geringe Verbesserungen des Pflanzenwachstums festgestellt habe. Die allermeisten meiner Kunden aber, die erst zu mir stossen nachdem sie bereits alles ausprobiert haben, schalten ihr CO2-Gerät ohne Erfolgseinbusse ab. Ein möglicher Grund dafür könnte in einer grossen Filterleistung liegen (denn die Filter sind stets die letzten überflüssigen Zubehöre eines Aquariums, die abgeschaltet werden). Solche Filterströmungen sind dafür verantwortlich, dass die gelöste Kohlensäure schnell über die Wasseroberfläche entweicht. Des weitern werden von vielen Aquarianern absterbende Pflanzenblätter sofort aus dem Aquarium entfernt, und der Mulm wird manchmal wöchentlich oder zweiwöchentlich abgesaugt. Das sind ja aber grosse Kohlenstoffdepots, die während ihres Abbaues nach und nach Kohlensäure abgeben. Wenn sie fehlen und die Fischanzahl ohnehin nicht allzu gross ist, dann kann schon auch eine zu geringe CO2-Konzentration vorliegen. Kurz, ich sehe die Möglichkeit ein, dass jemand zu wenig Kohlensäure im Aquarium haben kann. Aber erstens kommt es äusserst selten vor, und zweitens kann dieser seltene Fall nicht Grund genug sein, diese Möglichkeit mit gutem Gewissen zu propagieren. Und es ist einzig das mögliche Geschäft der Grund dafür, dieses Bedürfnis nach CO2 zu schüren. Wenn aber jemand Pech mit seinen Pflanzen hat, so muss er ja alles ausprobieren - sofern er nicht eines Besseren beraten wird -, weil er ja nicht wissen kann, worin der Grund seines Misserfolges liegt. Aus alledem resultiert dann die Frage: Wie soll denn einer überhaupt wissen, wie es mit seinem Aquarium steht, und das erst noch möglichst ohne Reagenzien? Dazu nun eine möglichst umfassende Antwort:
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. August 2009 um 23:53 Uhr |
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