Moosalgenball
09.06.2009, 05:18
Einleitung
Für alle, die es interessiert und für mich zur Doku meiner Erfahrungen in Sachen Bio CO2.
Motivation
Da ich mit dem niedlichen Set, passend zu meinem nano Cube, einige Fummelei hatte und noch viel schlimmer einen regen Verbrauch der überteuerten mini CO2-Fläschchen verbuchen musste, habe ich kurzerhand die Zugabe von CO2 eingestellt.
Wie sich aber herausstellte wachsen nun die Pflanzen nicht mehr richtig und die Blaualgen überziehen am liebsten alles was nicht auf 3 aus dem Wasser ist. Daraus Folgt, dass ich nicht auf CO2 verzichten kann. Jetzt ist mir aber der Kauf einer professionellen Anlage zu teuer und zu gefährlich, da ich im selben Raum quasi auf dem Boden schlafe, könnte ich im schlimmsten Fall bei einer Undichtigkeit am Morgen tot aufwachen und das gilt es zu vermeiden ;-)
Was nun
Die Alternative heisst bis jetzt Wasser, Zucker und Hefe.
Einkaufsliste
Da man das leider nicht einfach so in das Aquarium rühren kann, habe ich mal fix beim Biber einen Kanister für Kettensägen, 2m vom 6mm Schlauch, Saugnäpfe und eine Tube Silikon geholt.
Bohren
Als erstes habe ich nun die Bohrmaschine entstaubt und mit einem 8mm Holzbohrer (Metall könnte besser gehen) ein Loch in den einen der beiden Deckel gebohrt und 2 in den Anderen. Im Detail, mussten erst die Laschen zwischen Kanister und Deckel entfernt werden. Den Deckel mit den 2 Löchern habe ich übrigens von innen mit dem Bohrer traktiert.
Der Schlauch
Ein Ende schräg anschneiden und mit einer Zange und wohldosierter Brachialgewalt den Schlauch ein paar Zentimeter von aussen durch den Deckel mit dem einen Loch murksen. Deckel auf die grössere Kammer schrauben und den Schlauch mit grosszügigem Spiel bis zum Boden der kleineren Kammer abmessen und schräg abschneiden. Das Spiel ist nötig, da sich der Schlauch verdreht beim anschrauben der Deckel :-(. Ich denke, ihr wisst jetzt was kommt, genau murksen und um genau zu sein, muss jetzt das 2. Ende durch das 1. Loch im 2. Deckel aber und das ist wichtig, bis es zum Boden der kleineren Kammer reicht. Ich vermute mal, jetzt habt ihr erraten, dass die Kleinere Kammer des Kanisters zum Waschen des Gases und als Überlauf für möglichen Schaum gedacht ist.
Nun nur noch das letzte Stück Schlauch durch das 2. Loch im 2. Deckel ein paar Zentimeter nach Innen ziehen.
Paffrath-Schale
So jetzt noch fix eine Paffrath-Schale basteln und an das letzte verbleibende Ende des Schlauchs kleben. Im Detail muss man mit dem Orakel seiner Wahl erst mal die Grundfläche der Schale ermitteln und mit diesem Wert auf die Suche nach einem möglichst unsichtbaren, stabilen und mindesten einen Zentimeter hohen Gefäss begeben. Im Normalfall wird man in der Küche bei den nie gebrauchten mini Tupperdosen fündig. Ich bin aber leider selten normal und mein nano Cube bekommt ein aus der Drogerie geklautes 4cl Degustationsbächerchen :-D. Erstaunlicherweise konnte ich in das brüchige Einwegteil sogar mit meinem 10mm Holzbohrer ein Loch bohren - kaum zu glauben!
Zur Funktion der Paffrath-Schale lasst sich sagen, dass man den Eintrag des Bio-CO2s, meines Wissens bis jetzt nur sicher und praktisch durch die Begrenzung der Diffusionsfläche regeln kann und dass das Volumen zwischen Schlauchmündung und Boden der Schale als Puffer beim Druckabfall im der Anlage dient. Die besste Position für die Schale liegt gut angeströhmt in der Nahe der Wasseroberfläche.
Überliefert hat uns das der Herr Paffrath - gepriesen sei der Erfinder.
Silikon
So jetzt wirds heftig! Also alles mit Zeitung auslegen, Seifenwasser und noch mehr Papier (Haushaltspapier) bereitstellen, wir kleben mit Silikon. Erstens alle Klebestellen so gut es geht mit Sprit oder Aceton entfetten und nun die Schläuche mit den Deckeln verkleben, innen wie aussen. Vorsicht, kein Silikon auf den Dichtungsring oder das Gewinde kommen lassen! Die Schläuche sitzen zwar schon bombenfest und sind dicht aber sicher ist sicher.
Für den Fall, dass sich jetzt jemand wundert für was das Seifenwasser gedacht ist - Finger eintauchen und Silikonfugen glattstreichen.
Zum Schluss noch den Schlauch durch den Boden ein paar Zentimeter in die Paffrath-Schale ziehen, das Ende sollte aber nicht aus der Schale ragen, mit Silikon abdichten oder wie in meinem Fall mit einer halben Tonne einpflastern und einen oder mehrere Saugnäpfe einpassen, ankleben, verschweissen - euch fällt sicher was ein ;).
Montagevorrichtung
Bei grösseren Bechen kann der Auftrieb der Schale zum Problem für die Saugnäpfe werden und da wird gerne die Schale mit einem Entlüftungsventil versehen und einfach unter eine Querstrebe geklebt. Das Ventil ist zum entlassen des sich bildenden Falschgases und um beim Wasserwechsel einen Unterdruck zu vermeiden. Für die ganz Krassen wäre auch noch der Einbau eines Rücklaufventils möglich aber das muss extrem leichtgängig und zuverlässig sein, da mit Nierderdruck gearbeitet wird.
Inbetriebnahme
So, das Ganze jetzt noch aushärten lassen und in Betrieb nehmen :), d.h. den kleinen Tank mit ca. einem Liter Wasser und den grossen Tank zur Hälfte mit Zuckergel (Wasser, Zucker, Gelatine/Tortenguss /whatever) und nicht ganz bis oben mit Zuckerwasser und Hefe füllen. Das genaue Rezept ist geheim und muss von jedem selber erarbeitet werden. Einen kleinen Hinweis noch, das Zuckergel soll eine explosionsartige Aktivität und Vermehrung der Hefe verhindern und so zur gleichmässigen, möglichst lange andauernden Produktion von CO2 führen.
Als Ausgangslage für eure und meine Experimente (1.5l Tank aka Colaflasche): Gel:
ca 400ml Wasser für Gelatine oder bei Tortenguss nur bis breiig
1 Päckchen Gelatine oder 2 Päckchen Tortenguss
200g bis 400g ZuckerHefeansatz:
ca. 400ml Wasser
2-3 Teelöffel Zucker
1/2 bis 1 Tl. TrockenhefeQuellenverzeichniss
Quellen sind durch das ganze Internet verstreut und wurden nicht notiert :-D
Nachwort
Mal schauen wie es klappt, bin gerade am Aushärten des Silikons.
Bilder Folgen erst wenn die Anlage erfolgreich Läuft :-P
Für alle, die es interessiert und für mich zur Doku meiner Erfahrungen in Sachen Bio CO2.
Motivation
Da ich mit dem niedlichen Set, passend zu meinem nano Cube, einige Fummelei hatte und noch viel schlimmer einen regen Verbrauch der überteuerten mini CO2-Fläschchen verbuchen musste, habe ich kurzerhand die Zugabe von CO2 eingestellt.
Wie sich aber herausstellte wachsen nun die Pflanzen nicht mehr richtig und die Blaualgen überziehen am liebsten alles was nicht auf 3 aus dem Wasser ist. Daraus Folgt, dass ich nicht auf CO2 verzichten kann. Jetzt ist mir aber der Kauf einer professionellen Anlage zu teuer und zu gefährlich, da ich im selben Raum quasi auf dem Boden schlafe, könnte ich im schlimmsten Fall bei einer Undichtigkeit am Morgen tot aufwachen und das gilt es zu vermeiden ;-)
Was nun
Die Alternative heisst bis jetzt Wasser, Zucker und Hefe.
Einkaufsliste
Da man das leider nicht einfach so in das Aquarium rühren kann, habe ich mal fix beim Biber einen Kanister für Kettensägen, 2m vom 6mm Schlauch, Saugnäpfe und eine Tube Silikon geholt.
Bohren
Als erstes habe ich nun die Bohrmaschine entstaubt und mit einem 8mm Holzbohrer (Metall könnte besser gehen) ein Loch in den einen der beiden Deckel gebohrt und 2 in den Anderen. Im Detail, mussten erst die Laschen zwischen Kanister und Deckel entfernt werden. Den Deckel mit den 2 Löchern habe ich übrigens von innen mit dem Bohrer traktiert.
Der Schlauch
Ein Ende schräg anschneiden und mit einer Zange und wohldosierter Brachialgewalt den Schlauch ein paar Zentimeter von aussen durch den Deckel mit dem einen Loch murksen. Deckel auf die grössere Kammer schrauben und den Schlauch mit grosszügigem Spiel bis zum Boden der kleineren Kammer abmessen und schräg abschneiden. Das Spiel ist nötig, da sich der Schlauch verdreht beim anschrauben der Deckel :-(. Ich denke, ihr wisst jetzt was kommt, genau murksen und um genau zu sein, muss jetzt das 2. Ende durch das 1. Loch im 2. Deckel aber und das ist wichtig, bis es zum Boden der kleineren Kammer reicht. Ich vermute mal, jetzt habt ihr erraten, dass die Kleinere Kammer des Kanisters zum Waschen des Gases und als Überlauf für möglichen Schaum gedacht ist.
Nun nur noch das letzte Stück Schlauch durch das 2. Loch im 2. Deckel ein paar Zentimeter nach Innen ziehen.
Paffrath-Schale
So jetzt noch fix eine Paffrath-Schale basteln und an das letzte verbleibende Ende des Schlauchs kleben. Im Detail muss man mit dem Orakel seiner Wahl erst mal die Grundfläche der Schale ermitteln und mit diesem Wert auf die Suche nach einem möglichst unsichtbaren, stabilen und mindesten einen Zentimeter hohen Gefäss begeben. Im Normalfall wird man in der Küche bei den nie gebrauchten mini Tupperdosen fündig. Ich bin aber leider selten normal und mein nano Cube bekommt ein aus der Drogerie geklautes 4cl Degustationsbächerchen :-D. Erstaunlicherweise konnte ich in das brüchige Einwegteil sogar mit meinem 10mm Holzbohrer ein Loch bohren - kaum zu glauben!
Zur Funktion der Paffrath-Schale lasst sich sagen, dass man den Eintrag des Bio-CO2s, meines Wissens bis jetzt nur sicher und praktisch durch die Begrenzung der Diffusionsfläche regeln kann und dass das Volumen zwischen Schlauchmündung und Boden der Schale als Puffer beim Druckabfall im der Anlage dient. Die besste Position für die Schale liegt gut angeströhmt in der Nahe der Wasseroberfläche.
Überliefert hat uns das der Herr Paffrath - gepriesen sei der Erfinder.
Silikon
So jetzt wirds heftig! Also alles mit Zeitung auslegen, Seifenwasser und noch mehr Papier (Haushaltspapier) bereitstellen, wir kleben mit Silikon. Erstens alle Klebestellen so gut es geht mit Sprit oder Aceton entfetten und nun die Schläuche mit den Deckeln verkleben, innen wie aussen. Vorsicht, kein Silikon auf den Dichtungsring oder das Gewinde kommen lassen! Die Schläuche sitzen zwar schon bombenfest und sind dicht aber sicher ist sicher.
Für den Fall, dass sich jetzt jemand wundert für was das Seifenwasser gedacht ist - Finger eintauchen und Silikonfugen glattstreichen.
Zum Schluss noch den Schlauch durch den Boden ein paar Zentimeter in die Paffrath-Schale ziehen, das Ende sollte aber nicht aus der Schale ragen, mit Silikon abdichten oder wie in meinem Fall mit einer halben Tonne einpflastern und einen oder mehrere Saugnäpfe einpassen, ankleben, verschweissen - euch fällt sicher was ein ;).
Montagevorrichtung
Bei grösseren Bechen kann der Auftrieb der Schale zum Problem für die Saugnäpfe werden und da wird gerne die Schale mit einem Entlüftungsventil versehen und einfach unter eine Querstrebe geklebt. Das Ventil ist zum entlassen des sich bildenden Falschgases und um beim Wasserwechsel einen Unterdruck zu vermeiden. Für die ganz Krassen wäre auch noch der Einbau eines Rücklaufventils möglich aber das muss extrem leichtgängig und zuverlässig sein, da mit Nierderdruck gearbeitet wird.
Inbetriebnahme
So, das Ganze jetzt noch aushärten lassen und in Betrieb nehmen :), d.h. den kleinen Tank mit ca. einem Liter Wasser und den grossen Tank zur Hälfte mit Zuckergel (Wasser, Zucker, Gelatine/Tortenguss /whatever) und nicht ganz bis oben mit Zuckerwasser und Hefe füllen. Das genaue Rezept ist geheim und muss von jedem selber erarbeitet werden. Einen kleinen Hinweis noch, das Zuckergel soll eine explosionsartige Aktivität und Vermehrung der Hefe verhindern und so zur gleichmässigen, möglichst lange andauernden Produktion von CO2 führen.
Als Ausgangslage für eure und meine Experimente (1.5l Tank aka Colaflasche): Gel:
ca 400ml Wasser für Gelatine oder bei Tortenguss nur bis breiig
1 Päckchen Gelatine oder 2 Päckchen Tortenguss
200g bis 400g ZuckerHefeansatz:
ca. 400ml Wasser
2-3 Teelöffel Zucker
1/2 bis 1 Tl. TrockenhefeQuellenverzeichniss
Quellen sind durch das ganze Internet verstreut und wurden nicht notiert :-D
Nachwort
Mal schauen wie es klappt, bin gerade am Aushärten des Silikons.
Bilder Folgen erst wenn die Anlage erfolgreich Läuft :-P